| Beuys-Schau in Darmstadt vor Sanierung - Streit um Wandbespannung |
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| Freitag, 22. Februar 2008 um 18:59 Uhr | ||
Die Restaurierungsleiterin des Hessischen Landesmuseums Darmstadt, Olivia Levental, legte am Freitag Ergebnisse einer Untersuchung vor, nach denen der zerschlissene und verfärbte Stoff langfristig nicht gerettet werden kann. «Der weitere materielle Verfall des Jutegewebes ist nicht aufzuhalten», sagte Levental.
Damit unterstützte sie Museumsdirektorin Ina Busch, die die ursprünglich beigefarbene und inzwischen braune wandhohe Jutewandbespannung bei der derzeitigen Sanierung des Hauses entfernen und die Wände weiß streichen lassen will. In den Räumen müssen Klimatisierung und Beleuchtung erneuert werden. Beuys-Anhänger laufen gegen Buschs Vorhaben Sturm. Nach ihrer Auffassung gehört die Bespannung zum Kunstwerk, das durch den Eingriff zerstört werde. Bei dem Streit unter Kunstexperten geht es im Kern um die Frage, ob die Bespannung an den Wänden von sechs der sieben Räume des «Block Beuys» Teil des Kunstwerks ist oder nicht. Fest steht nur, dass die Wände bereits mit Jute abgedeckt waren, als Joseph Beuys seine Werke 1970 in Darmstadt installierte. «Aber es gibt keine belegtes Dokument, ob Beuys die Jute wollte oder ablehnte, sagte Busch. Dennoch ist die Museumsdirektorin davon überzeugt, dass die Räumlichkeiten Beuys missfielen. Daher vermutet sie, dass der Künstler die Wandbespannung nicht als Teil des Werkes verstand: «Beuys wollte den Werkkomplex nicht hier in Darmstadt lassen. Es gibt ein schriftliches Dokument, wonach er ihn 1987 nach Stuttgart überführen wollte.» Dies sei nur deshalb nicht geschehen, weil Beuys, der als einer der bedeutendsten deutschen Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gilt, 1986 starb. Hingegen muss der hellgraue Teppichboden in den Ausstellungsräumen nach der Untersuchung nicht ersetzt werden. Beuys hatte in einem Raum eine gelbe Schwefelspur auf den Teppich gemalt, um damit zwei seiner Werke zu vereinen. In den sieben Ausstellungsräumen des «Block Beuys» im Hessischen Landesmuseum sind 250 plastische Arbeiten des Künstlers zu sehen, darunter «Stuhl mit Fett». Die Entscheidung über die Zukunft der Wandbespannung und des Teppichbodens soll frühestens im April nach einer Fachveranstaltung mit Kunsthistorikern getroffen werden. |
























































