| Braune Wandbespannung in größter Beuys-Ausstellung erhitzt Gemüter Von Harald Schmidt, dpa |
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| Freitag, 22. Februar 2008 um 19:00 Uhr | ||
Das muss sie auch nicht. Denn sie deckt die Wände in den Räumen der weltgrößten Ausstellung von Joseph Beuys (1921-1986) im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt ab - und der umstrittene Künstler («Stuhl mit Fett») hatte sein eigenes Verständnis von Ästhetik. Aber ob er die Jutebespannung als Rahmen seiner Installationen begrüßte, steht auf einem anderen Blatt und ist Gegenstand einer hitzigen Debatte.
Als Beuys sein Werk in Darmstadt 1970 installierte, fand er die Jutewände jedenfalls bereits vor. «Was Beuys sich gewünscht hätte, wissen wir nicht», sagt Museumsdirektorin Ina Busch. Sie betont aber, dass Beuys den Werkkomplex nicht in Darmstadt lassen wollte. Daraus leitet sie ab, dass er mit der räumlichen Umgebung unzufrieden war. Busch möchte den maroden Wandbehang entfernen und dafür die anstehende Sanierung der Räume nutzen. Kritiker halten hingegen jede Änderung für unzulässig. «Die vorgefundenen Raumverhältnisse und die installierten plastischen Werke bilden eine Einheit», schrieb etwa Kunsthistoriker Götz Adriani im vergangenen Jahr in einem Appell an das Landesmuseum. Die Wände, der Boden und die Decke der Räume könnten von dem künstlerischen Inhalt nicht getrennt werden. Die eigens gegründete Initiative zur Erhaltung des Block Beuys meint, dass ein «solch massiver Eingriff einer Zerstörung dieser einzigartigen Installation gleichkommt». Die authentische Wirkung des Gesamtwerkes würde nach Auffassung der Darmstädter Inititive ohne die Jutebespannung beschädigt: «Nicht nur ein weltbedeutendes Kunstwerk würde uns verloren gehen, auch das Museum und das Land Hessen werden dadurch im öffentlichen Ansehen leiden». Das Land ist Eigentümer des «Block Beuys». Rückenwind erhielt Busch am Freitag von einer Untersuchung der Restaurierungsleiterin des Museums, Olivia Levental. «Der weitere materielle Verfall des Jutegewebes ist nicht aufzuhalten», sagt sie. Deshalb müsse es ohnehin in naher Zukunft entfernt werden. Nach Leventals Worten ist die wandhohe Jutebespannung in sechs von sieben Räumen der Ausstellung verfärbt, verschmutzt, zerkratzt und teilweise zerrissen: «Auch die vielen Flicken stammen nicht von Beuys, wie es von vielen Besuchern angenommen und deshalb fotografiert wird.» Die Aussage erinnert an einen berühmten Vorfall um ein Werk von Beuys: Die sogenannte Fettecke, eine Skulptur aus Butter in der Düsseldorfer Kunstakademie, war einst von einer Reinigungskraft entfernt worden, die das Kunstwerk schlicht für Schmutz hielt. Etwas Ähnliches soll in Darmstadt nicht passieren. Auf dem hellgrauen Teppichboden in einem Räume des «Block Beuys» verbindet eine gelbe, scheinbar unbedarft gekritzelte Schwefelspur zwei Kunstwerke. «Beuys hat diese Spur selbst gezogen und damit zwei Werke vereint, die Transsibirische Bahn», sagt Busch. Der ebenfalls nicht mehr taufrische Teppichboden solle daher zumindest in diesem Raum erhalten bleiben. (Internet: www.initiative-block-beuys.de; www.hlmd.de) |
























































