| Größte Keith Haring-Retrospektive weltweit: Lyon zeigt 280 Werke Von Sabine Glaubitz, dpa |
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| Dienstag, 26. Februar 2008 um 06:57 Uhr | ||
Haring wäre am 4. Mai 50 Jahre alt geworden. Er starb am 16. Februar 1990 im Alter von nur 31 Jahren an der Immunschwächekrankheit Aids. In nur zehn Jahren hinterließ er Tausende seiner Strichmännchenwerke, mit denen er in den 80er Jahren seinen künstlerischen Durchbruch schaffte. Die Ausstellung ist bis zum 29. Juni zu sehen. Der Maler, Zeichner und Bildhauer bemalte 1980 erst die Gänge und Plakatwände der New Yorker Subway mit seinen vielen lustigen Umrissfiguren, bevor diese zwei Jahre später in den ersten New Yorker Galerien gezeigt und bereits 1984 in Tokio, London und Köln ausgestellt wurden. Sein Gesamtwerk wurde stark durch die Graffiti- Kunst inspiriert. «Ich hatte zu Beginn der 80er Jahren seine Bedeutung unterschätzt. Danach rissen sich alle um ihn. Ich bin froh, dass ich mein Versäumnis in diesem Jahr, seinem Geburtstagsjahr, nachholen kann», sagte der Leiter des Museums, Thierry Raspail. Auf drei Stockwerke verteilt entdeckt der Besucher die von Haring zu Logos stilisierten Hunde und Babys, die Teil unserer Bildkultur geworden sind. Aber auch seine homoerotischen Motive und seine politisch und sozial geprägten Werke, die Gewalt und Rassismus anprangern, sind zu sehen. So ist auf vielen Tuschezeichnungen ein Weißer zu erkennen, der mit einem Stock auf einen Schwarzen einschlägt. Als 1988 sein Künstlerfreund Basquiat an einer Überdosis an Drogen stirbt, entwirft er das Acrylgemälde «A pile of crowns for Jean-Michel Basquiat». Ein riesiges Dreieck, das mit seiner roten Umrandung an ein Warndreieck erinnert, in dem ein Haufen aufeinandergestapelter Kronen in sich zusammenzufallen scheint. Haring arbeitete gern und viel mit Kindern und setzte sich sehr für die Aids-Aufklärung ein. Er ließ seine Männchen, Hunde und Babys über riesige Wände purzeln, sie zieren noch heute zahlreiche Fassaden von Krankenhäusern und Bürokomplexen. Mit seinen comicartigen Figuren und Piktogrammen bemalte er 1986 auch die Berliner Mauer, Autos und den makellosen Körper von Grace Jones, Model, Sängerin und Schauspielerin. Auch wenn viele Symbole und Werke eine Grundstimmung von Optimismus und Lebensfreunde zum Ausdruck bringen, steckt hinter ihnen eine tiefe Bedeutung: Der Hund verkörpert das Tierische im Menschen, die Pyramide das Geheimnisvolle, das rote Kreuz den Tod, das grüne Kreuz das Leben und die durchlöcherten Körper spielen auf den Mord an dem Beatle-Sänger John Lennon an. «Keith war ein Mensch voller Lebensfreude, denn er hatte seinen Traum erreicht. Malen so viel er konnte, für so viel Menschen wie möglich und so lange wie möglich», erzählte Julia Gruen, seine frühere Assistentin, Freundin und jetzige Leiterin der 1989 gegründeten Keith Haring-Stiftung, die sich bis heute für wohltätige Zwecke einsetzt. Sein Konzept von universeller Kunst, die für jeden zugänglich sein sollte, fand in dem 1986 eröffneten «Pop Shop» seinen Höhepunkt: Ein Laden, der von der Decke bis zum Boden mit seinen Symbolen, Idolen und bunten Figuren bemalt war und in dem er seine Arbeiten auf T-Shirts und Spielzeugen gedruckt verkaufte. Haring löste die Grenze zwischen hoher Kunst und Popkultur auf. Seine Werke sind, so wie die seines Künstlerfreundes Andy Warhols, Teil unserer Massenkultur geworden. (Internet: www.moca-lyon.org) |
























































