| Retrospektive «Die Kunst ist weiblich»: Die Facetten des Gunter Sachs Von Sophia-Caroline Kosel, dpa |
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| Mittwoch, 27. Februar 2008 um 19:02 Uhr | ||
In der Schau mit rund 400 Objekten sind noch nie gezeigte Werke von Sachs und Dutzende von bekannten Designern gestaltete Möbelstücke aus seinen Häusern zu sehen. Dazu gehören ein Ebenholzsessel mit Elfenbein- und Perlmutteinlegearbeiten von Jaques-Emile Ruhlmann (1879-1933) und eine lackierte grüne Rochenhaut-Kommode aus den 30er/40er Jahren. Zudem wurde die legendäre Sachs-Wohnung im Palace- Hotel in St. Moritz originalgetreu rekonstruiert. Der Museumschef aus Leipzig und der multitalentierte Playboy - beide Sternzeichen Steinbock - waren sich bei einer Museumseröffnung vor zwei Jahren begegnet. Sie kamen ins Gespräch und Schmidt überzeugte Sachs, bei ihm auszustellen. Er halte Leipzig für eine der ersten Städte der modernen Kunst, ließ Sachs im Vorfeld der Retrospektive mitteilen, für die er selbst den Keller des Bildermuseums mit Trennwänden gestaltete. «Für das Motto der Ausstellung fallen mir mehrere Gründe ein: Erstens zeigt schon ein Blick ins Wörterbuch, dass die Kunst weiblich ist. Zweitens gibt es keine männliche Muse und drittens kommt die wahre Kunst aus der Intuition, von der selbst wir Männer wissen, dass sie weiblich ist.» Folgerichtig empfangen den Besucher zu Beginn des Rundgangs auch Frauen, die Sachs farbintensiv fotografisch inszeniert hat. Eine glühend rote Flamencotänzerin etwa hängt gleich neben einer Nonne. Aber auch eine steinerne Sphinx und ein fliegender Teppich in der Wüste sind unter den Fotografien. Ganz groß und mehrfach hängt das deutsche Model Claudia Schiffer an der Wand: Als Hommage an Andy Warhol (1928-1987) hat Sachs sie im Stile seines Vorbilds abgelichtet. Als Gegenpart sind Warhols Sachs-Porträts zu sehen. Der Erbe der Kugellager- und Motorenwerke Fichtel& Sachs hatte schon während seines Mathematikstudiums in Lausanne (Schweiz) sein Interesse für die Kunst und die Fotografie entdeckt. Sein Werdegang als Fotograf - mit Schwerpunkt auf Akt- und Landschaftsfotografie - ist in Leipzig mit Arbeiten aus allen wichtigen Etappen präsent. Die Exposition zeigt aber auch Erinnerungsstücke von Sachs wie sein Münch-Motorrad und den Bobschlitten, mit dem er in den 50er Jahren Junioreneuropameister wurde. Roy Lichtenstein (1923-1997) gestaltete für den weltgewandten Unternehmersohn aus dem bayerischen Schweinfurt einen Waschtisch, eine Badewanne und einen Bettüberwurf. Diese Pop-Art-Exemplare gehören zur Einrichtung des Turmappartements in St. Moritz, in das Sachs 1969 mit seiner dritten Frau Mirja eingezogen war. Befreundete Künstler, vor allem Vertreter der jungen Pop Art und des Nouveau Réalisme, verwandelten die 140 Quadratmeter große Wohnung in ein Gesamtkunstwerk. Als das Paar Sachs 1991 auszog, verschwanden die Unikate aus der Wohnung in einem Kunstlager. Nun gibt es sie wieder - samt der von Warhol gelb, orange und rot bemalten Wasserrohre und der von ihm gestalteten Küche. (Internet: www.mdbk.de) |
























































