| Schönheit des Alltäglichen «art Karlsruhe» bleibt Konzept treu Von Martin Oversohl, dpa |
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| Mittwoch, 27. Februar 2008 um 19:03 Uhr | ||
Von blutigen Sammlernasen oder tanzenden Seelöwen als Appetithäppchen für Kunstfreunde ist in diesem Jahr keine Spur zu finden in den Messehallen vor den Toren Karlsruhes. «Ich bin der Veranstalter eines Kunstmarktes mit dem Kernanliegen des Kunsthandels und nicht irgendein Chef einer verkappten Documenta», sagt Kurator Ewald Karl Schrade. Die Interessen der großen Zielgruppe aus kunstinteressierten Normalverbrauchern und «kleinen Sammlern» hat er vor allem im Visier. Preiswertere Werke für wenige hundert Euro sind in diesem Jahr ebenso im Angebot wie Kunst von Pablo Picasso oder Marc Chagall. Ein Werk des «Nagelkünstlers» Günther Uecker für 95 000 Euro wird noch vor der offiziellen Eröffnung verkauft, auch Jürgen Brodwolf aus Südbaden, der sich mit seinen Kunstwerken aus zusammengedrückten und androgyn scheinenden Tuben einen Namen in der Kunstszene gemacht hat, findet Interessenten. In den Hallen werden aber auch moderne Klassiker wie Gerhard Richter oder unmittelbare Gegenwartskünstler wie Dirk und Maik Löbbert präsentiert. Ein Roboter stellt Wortfragmente zu formulierten Manifesten über die Kunstbewegung zusammen, eine Blondine räkelt sich als «lebende Kunst» auf einem Kissen, eine Galerie aus Köln bietet Dieter Roths berühmtes «Karnickelköttelkarnickel» aus dem Jahr 1972. Großes Gewicht wird bei der diesjährigen «art» der Fotokunst zugedacht, die sich zwar nach Angaben Schrades in der Stückzahl nicht wesentlich vergrößert hat, die allerdings in diesem Jahr konzentriert in einer Halle hängt. Insgesamt präsentieren von diesem Donnerstag bis zum 2. März 183 Aussteller aus 13 Ländern Kunst. In einer Sonderschau stellt sich das arabische Emirat Sharjah vor. Schrade hofft, 2008 die Zahl von 35 000 Besuchern aus dem Vorjahr zu erreichen oder noch zuzulegen. An den Ausmaßen seiner Kunstmesse will er in den kommenden Jahren nichts ändern der Erfolg der ersten vier «art»- Messen gibt ihm Recht. «Qualität geht vor Quantität», betont er selbstbewusst. Es müsse die Möglichkeit eines Messedialogs von Klassischer Moderne und Gegenwartskunst geben. Erstmals werden bei der «art» zwei Preise ausgelobt: Den Hans Platschek-Preis für Kunst und Schrift erhält der Lyriker und Cartoonist F. W. Bernstein. Zudem wird der mit 15 000 Euro dotierte art KARLSRUHE-Preis des Landes und der Stadt an die beste One-Artist- Show vergeben. Bereits am Vorabend war die Plattform für die unabhängigen Kunstinitiativen im ehemaligen Versorgungsamt Karlsruhes eröffnet worden. Ziel dieser nach eigenen Angaben nicht-kommerziellen Schau «und #3» ist es, zeitgleich zur Messe neue künstlerische Positionen bekanntzumachen und die Künstler europaweit zu vernetzen. |
























































