| Superman, Howdy Doody und Uncle Sam: Warhols US-Mythen in Düsseldorf Von Antje Lorscheider, dpa |
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| Donnerstag, 28. Februar 2008 um 17:33 Uhr | ||
«The Shadow», benannt nach einer berühmten US-Radio-Krimiserie, ist einer der Siebdrucke, die der Künstler zwischen 1979 und 1981 zu zehn populären Mythen der US-amerikanischen Gesellschaft schuf. Ergänzt um Dokumente zum Entstehungsprozess ist der Zyklus «Myths» von Freitag an im NRW- Forum in Düsseldorf zu sehen (bis 30. März). Unter den Motiven finden sich international populäre Figuren wie Superman und Mickey Mouse ebenso wie der uramerikanische Howdy Doody, wie Mammy und eben «The Shadow».
Die mythischen Helden und Götter, für die Warhol sich entschieden hat, sind allesamt «aus dem Kommerz und den Massenmedien geboren», sagte Werner Lippert, Leiter des NRW-Forums, am Donnerstag in Düsseldorf. Mit «Santa Claus» ist eine der kommerziell erfolgreichsten Figuren Teil des Warholschen Bilderreigens. Bei Warhol blickt «Santa Claus» freundlich über seine Nickelbrille - nahezu verschwunden unter wallendem schlohweißen Haar, Bart und dem pelzigen Bommel seiner roten Zipfelmütze. Um das Urheberecht nicht zu verletzen, machte Warhol für manche Motive eigene Aufnahmen mit Freunden oder Schauspielern - wenn, wie bei «Santa Claus», das Recht auf die Verwendung von firmeneigenen Illustrationen verweigert wurde. Walt Disney hingegen, den Warhol für den größten amerikanischen Künstler hielt, drehte den Copyright-Spieß sogar herum. Er gab Warhol die Erlaubnis, seine «Mickey Mouse» in den Mythen-Reigen einzureihen. Zugleich erbat Disney die Rechte, das Warholsche Motiv seiner Maus zu eigenen PR-Zwecken weiter nutzen zu dürfen. Erstmals stellt der Künstler mit den Mythen Personen dar, die nicht real sind: Vom Comic-Held und Weltenretter «Superman» über die Ikone des US-amerikanischen Patriotismus, dem in «Stars and Stripes» auftretenden «Uncle Sam» bis zu «The Witch». Die «Hexe» aus dem Kinderbuch «Der Zauberer von Oz» ist allerdings in der Gestalt der Schauspielerin Margaret Hamilton zum Mythos geworden. Hamilton trat für Warhol erneut an: Im Alter von fast 80 Jahren ließ sich für die Mythen-Bilder noch einmal zur Hexe schminken. Zum kulturellen Selbstverständnis Amerikas' zählt auch der in der Alten Welt gänzlich unbekannte «Howdy Doody», dessen Name die umgangssprachliche Verkürzung von «How do you do?» ist. Die ursprünglich als Bauchrednerpuppe im Kinder-Radio populär gewordene Marionette steht für den Durchbruch des Fernsehens in den USA in den 1950er Jahren. (Internet: www.nrw-forum.de) |
























































