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Donnerstag, 31. Januar 2008 um 17:53 Uhr |
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Stuttgart (dpa) - Die Staatsgalerie Stuttgart hatte im vergangenen Jahr so wenig Besucher wie lange nicht mehr. Das größte Kunstmuseum Baden-Württembergs lockte 2007 nur rund 161 000 Gäste an. 2006 kamen noch 412 000, im Jahr 2000 waren es sogar 465 000 Besucher gewesen. Zum einen sei die Alte Staatsgalerie wegen der Renovierung geschlossen, zum anderen habe bei den Sonderausstellungen ein «Zugpferd» gefehlt, sagte Direktor Sean Rainbird am Donnerstag in Stuttgart. 2006 hatte eine Monet-Ausstellung innerhalb von 18 Wochen 260 000 Besucher angezogen.
Künftige Sonderausstellungen sollen einen stärkeren Bezug zu den Sammlungsbeständen der Staatsgalerie haben, kündigte der Direktor an. In den Mittelpunkt rücke in diesem Jahr die Porträtkunst. So startet am 23. Februar eine Ausstellung mit Porträts der Pop-Art mit Arbeiten von Andy Warhol, Roy Lichtenstein oder Richard Hamilton. Begleitet wird die Schau von einer Präsentation von Porträtgrafiken aus fünf Jahrhunderten aus Sammlungsbeständen. Auch die für den Herbst geplante große Landesausstellung mit Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen von Henri Matisse (1869-1954) nimmt vor allem die Porträtkunst des Künstlers in Blick.
Künftig will die Staatsgalerie ihre Sammlung kostenfrei zugänglich machen. Gegenüber den «Stuttgarter Nachrichten» (Freitagausgabe) bestätigte Rainbird entsprechende Pläne: «Es wäre ein Wunschziel, freien Eintritt für die Sammlungsräume möglich zu machen.» Dafür seien Gelder in Höhe von 300 000 Euro erforderlich - was «natürlich nicht ohne privatwirtschaftliches Sponsoring zu erreichen ist».
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Donnerstag, 31. Januar 2008 um 17:52 Uhr |
Bielefeld (dpa) - «Was ist denn da nordisch?», könnte man sich fragen, wenn man die Bilder Emil Noldes in der neuen Ausstellung in der Bielefelder Kunsthalle betrachtet. Schließlich erinnern einige, vor allem frühe Bilder mit ihren wie hingetupften warmen Farben fast an den Impressionismus. Doch die intensiv leuchtenden Farben seiner Landschafts- und Meeresbilder - mal in den starken Farben der Dämmerung, mal sturmgepeitscht mit hohen Wellen, dann wieder in erhabener Ruhe - machen deutlich, woher der im heute zu Dänemark gehörenden Dörfchen Nolde geborenen Künstler (1867-1956) die Inspiration nahm. Nämlich aus seiner friesischen Heimat.
Von diesem Sonntag bis zum 12. Mai zeigt die Kunsthalle Bielefeld die Schau «Emil Nolde. Begegnung mit dem Nordischen» mit 57 Gemälden und 65 Papierarbeiten - und befasst sich als erstes Museum mit diesem Thema. Die Werke stammen hauptsächlich von der Nolde Stiftung in Seebüll und dem dortigen Museum im ehemaligen Wohnhaus Emil Noldes. Der «große Einzelgänger» Nolde war «einer der Künstler, der seine Bilder am liebsten bei sich behalten hat», sagt Jutta Hülsewig- Johnen, Expressionismus-Expertin der Bielefelder Kunsthalle. Gut also, dass sich die Stiftung für die Zeit der Ausstellung von den Werken trennt - darunter einige Bilder, die zum ersten Mal überhaupt gezeigt werden.
Was ist das Nordische für Nolde? «Das Nordische ist zunächst eine Verweigerungshaltung gegenüber dem Süden», erklärt Kunsthallenleiter Thomas Kellein. Die italienische Kunst habe dem Künstler, der auch Mitglied der Künstlergruppe Brücke war, nichts gesagt, «wir mögen Raphael nicht», schrieb er einst. «Jegliche Sanftheit lässt er hinter sich», erklärt Hülsewig-Johnen. Er konzentriert sich auf die Landschaft in seiner Umgebung, auf das einfache Leben mit seinen Fischern und Bauern, aber auch auf fantastische, geheimnisvolle und schwer ergründliche, aber nicht bedrohliche Gestalten. «Es ist eine sehr freundliche Geisterwelt», sagt sie - eine den Menschen des Nordens vertraute Spukwelt.
Noldes frühen Landschaftsbildern vom Beginn des 20. Jahrhunderts fehlen noch die spätere Dynamik und die Intensität der Farben, sie erinnern an den Impressionismus. Doch von den verhaltenen Bildern fand er zu seiner berühmten Farbigkeit, die herbe Natur des Nordens inspirierte ihn zu furioser Dramatik. Diese Dramatik bekommen die Bilder, die neben dem Meer weite, flache Landschaften unter schweren Wolken, aber eben auch die Fantasiegestalten und Trolle zeigen, von den Farben. «Er hat durch die Farbgebung den Naturlyrismus hinter sich gelassen», sagt Hülsewig-Johnen.
Nolde, der als Holzschnitzer ausgebildet war, starb 1956 in Seebüll, mitten in der idyllischen nordfriesischen Landschaft. Das Nazi-Regime erklärte den Maler, der sich selbst nicht nur als nordisch, sondern auch als deutsch verstand, 1937 zum entarteten Künstler und verbot ihm 1941 das Malen.
Der Künstler habe «immer ein bisschen gegen den Strom gemalt», sagt die Expertin. Warum die erstmals gezeigten Werke noch nie ausgestellt wurden? «Vielleicht hat noch niemand danach gefragt», sagt sie. Das Museum hofft für die Schau laut Kellein auf mehr als 40 000 Besucher. Zu der Ausstellung ist ein Katalog erschienen. (Internet: www.kunsthalle-bielefeld.de)
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Donnerstag, 31. Januar 2008 um 17:51 Uhr |
Auch die gläserne Pyramide, der Haupteingang zum Louvre-Museum, soll wegen des Besucherandrangs neu organisiert werden, wie der Direktor des Louvre, Henri Loyrette, am Montag mitteilte. Rund zehn Projekte stehen auf dem Programm, darunter auch die für 2010 geplante Eröffnung der Abteilung für islamische Kunst, die Renovierung des Pavillon Sully und des Cour du Sphinx, der der griechischen, etruskischen und römischen Antike gewidmet ist.
Die Tuilerien-Gärten, die auf Königin Katharina von Medici zurückgehen, sollen im Stil eines französischen Gartens neu angelegt werden. Auf der 26 Hektar großen Fläche sollen auch verstärkt Skulpturen zeitgenössischer Künstler auf Dauer ihren Platz finden. Die Arbeiten soll noch in diesem Jahr beginnen und bis 2018 dauern.
Die von dem chinesisch-amerikanischen Architekten Ieoh Ming Pei erbaute Glaspyramide auf dem Cour Napoléon wird nicht verändert werden, sondern nur deren Zugänge und Verkehrswege. «Die Besucherzahlen sind dermaßen angestiegen, dass wir die Empfangsstruktur der Pyramide neu gestalten müssen», erklärte Loyrette weiter. In den vergangenen Jahren hat sich die Besucherzahl mehr als verdoppelt: von rund 4 Millionen Anfang 2000 auf 8,3 Millionen im Jahr 2007.
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Donnerstag, 31. Januar 2008 um 17:50 Uhr |
Berlin/Seebüll (dpa/lno) - Ferne Strände, fremde Menschen und unerforschte Natur: Das Berliner Nolde-Museum zeigt von Freitag an mehr als 100 Werke, die der Maler während und nach seiner «Südseereise 1913/14» geschaffen hat. Emil Nolde (1867-1956) und seine Frau Ada waren Teilnehmer der vom Reichskolonialamt Berlin initiierten «Medizinisch-demographischen Deutsch-Neuguinea- Expedition».
Am Bahnhof Zoo startete die Reise, die Nolde als «ethnographischer Zeichner» begleitete. Ziel der Expedition sei es gewesen, die Ursache von Epidemien und der hohen Sterblichkeitsrate der einheimischen Bevölkerung in den damaligen deutschen Kolonien zu erforschen, erklärte der Direktor der Nolde Stiftung Seebüll, Manfred Reuther, am Donnerstag in Berlin.
Neben 21 berühmten Gemälden wie «Tropensonne», «Familie» oder «Krokusblüte» zeige die Ausstellung auch rund 60 Aquarelle und Zeichnungen. Diese seien während der Reise auf sibirischen Bahnhöfen, in Japan, China sowie in Neuguinea selbst entstanden, sagte Reuther. Daneben sind auch die schlanken Holzfiguren ausgestellt, die Nolde während der langen Schiffspassagen aus sogenanntem Küchenholz schnitzte.
Nach fast einem Jahr kehrten Nolde und seine Frau wieder nach Berlin zurück. Anders als seine Künstler-Kollegen Paul Gauguin oder Max Pechstein habe Nolde nie davon geträumt, sich auf Dauer in der Südsee niederzulassen, sagte Reuther.
Die Berliner Dependance der Nolde Stiftung Seebüll (Kreis Nordfriesland) wurde im September 2007 in einem ehemaligen Bankgebäude unweit vom Gendarmenmarkt eröffnet. Seither besuchten 15 000 Menschen die Ausstellungsräume. Mit Berlin war Nolde durch seine Biografie und sein künstlerisches Werk eng verbunden. Von 1905 an verbrachte er die Wintermonate meistens in Berlin, wo er sich in Varietés und Theatern für seine Malkunst inspirieren ließ.
«Emil Nolde - Die Südseereise 1913/14» ist bis zum 18. Mai zu besichtigen. Im Sommer (1. Juni bis 31. August) plant das Berliner Museum die Schau «Mein Wunderland von Meer zu Meer - Landschaften, Blumen, Meere». Im Herbst (12. September bis 18. Januar 2009) folgt eine Ausstellung mit von Nolde geschaffenen Porträts und Bildnissen.
(Das Nolde-Museum Berlin befindet sich in der Jägerstraße 55 in Berlin-Mitte. Öffnungszeiten: Täglich 10 bis 19 Uhr. Preise: Erwachsene 6,00 Euro, Schüler/Studenten 4,00 Euro.)
(Internet: www.nolde-stiftung.de)
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