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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Der «große Einzelgänger» Nolde in Bielefeld - Der Norden und das Meer Von Thomas Strünkelnberg, dpa PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 31. Januar 2008 um 17:52 Uhr

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Bielefeld (dpa) - «Was ist denn da nordisch?», könnte man sich fragen, wenn man die Bilder Emil Noldes in der neuen Ausstellung in der Bielefelder Kunsthalle betrachtet. Schließlich erinnern einige, vor allem frühe Bilder mit ihren wie hingetupften warmen Farben fast an den Impressionismus. Doch die intensiv leuchtenden Farben seiner Landschafts- und Meeresbilder - mal in den starken Farben der Dämmerung, mal sturmgepeitscht mit hohen Wellen, dann wieder in erhabener Ruhe - machen deutlich, woher der im heute zu Dänemark gehörenden Dörfchen Nolde geborenen Künstler (1867-1956) die Inspiration nahm. Nämlich aus seiner friesischen Heimat.

Von diesem Sonntag bis zum 12. Mai zeigt die Kunsthalle Bielefeld die Schau «Emil Nolde. Begegnung mit dem Nordischen» mit 57 Gemälden und 65 Papierarbeiten - und befasst sich als erstes Museum mit diesem Thema. Die Werke stammen hauptsächlich von der Nolde Stiftung in Seebüll und dem dortigen Museum im ehemaligen Wohnhaus Emil Noldes.
Der «große Einzelgänger» Nolde war «einer der Künstler, der seine Bilder am liebsten bei sich behalten hat», sagt Jutta Hülsewig- Johnen, Expressionismus-Expertin der Bielefelder Kunsthalle. Gut also, dass sich die Stiftung für die Zeit der Ausstellung von den Werken trennt - darunter einige Bilder, die zum ersten Mal überhaupt gezeigt werden.

Was ist das Nordische für Nolde? «Das Nordische ist zunächst eine Verweigerungshaltung gegenüber dem Süden», erklärt Kunsthallenleiter Thomas Kellein. Die italienische Kunst habe dem Künstler, der auch Mitglied der Künstlergruppe Brücke war, nichts gesagt, «wir mögen Raphael nicht», schrieb er einst. «Jegliche Sanftheit lässt er hinter sich», erklärt Hülsewig-Johnen. Er konzentriert sich auf die Landschaft in seiner Umgebung, auf das einfache Leben mit seinen Fischern und Bauern, aber auch auf fantastische, geheimnisvolle und schwer ergründliche, aber nicht bedrohliche Gestalten. «Es ist eine sehr freundliche Geisterwelt», sagt sie - eine den Menschen des Nordens vertraute Spukwelt.

Noldes frühen Landschaftsbildern vom Beginn des 20. Jahrhunderts fehlen noch die spätere Dynamik und die Intensität der Farben, sie erinnern an den Impressionismus. Doch von den verhaltenen Bildern fand er zu seiner berühmten Farbigkeit, die herbe Natur des Nordens inspirierte ihn zu furioser Dramatik. Diese Dramatik bekommen die Bilder, die neben dem Meer weite, flache Landschaften unter schweren Wolken, aber eben auch die Fantasiegestalten und Trolle zeigen, von den Farben. «Er hat durch die Farbgebung den Naturlyrismus hinter sich gelassen», sagt Hülsewig-Johnen.

Nolde, der als Holzschnitzer ausgebildet war, starb 1956 in Seebüll, mitten in der idyllischen nordfriesischen Landschaft. Das Nazi-Regime erklärte den Maler, der sich selbst nicht nur als nordisch, sondern auch als deutsch verstand, 1937 zum entarteten Künstler und verbot ihm 1941 das Malen.

Der Künstler habe «immer ein bisschen gegen den Strom gemalt», sagt die Expertin. Warum die erstmals gezeigten Werke noch nie ausgestellt wurden? «Vielleicht hat noch niemand danach gefragt», sagt sie. Das Museum hofft für die Schau laut Kellein auf mehr als 40 000 Besucher. Zu der Ausstellung ist ein Katalog erschienen.
(Internet: www.kunsthalle-bielefeld.de)

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