| «Spanische Nacht» in Paris: Flamenco und avantgardistische Kunst |
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| Montag, 07. Juli 2008 um 06:54 Uhr | ||
Unter dem Titel «Die spanische Nacht. Flamenco, Avantgarde und Volkskultur 1865-1936» zeigt das Pariser Petit Palais seit dem Wochenende eine faszinierende Ausstellung. Sie verbindet die westliche Avantgarde-Kunst mit dem heute noch für Spanien stehenden Flamenco. Mehr als 150 Werke spiegeln die Begeisterung für den aus Andalusien stammenden Tanz , der Kubisten, Dadaisten und Konstruktivisten stark beeinflusst hat. Die Werke von Picasso, Edouard Manet, Man Ray, Joan Miro und Gustave Courbet sind bis zum 31. August im Petit Palais zu sehen. Es handelt sich um Leihgaben bedeutender Museen wie des Metropolitan Museum of Art in New York und des Nationalen Museums und Kunstzentrums Reina Sofia in Madrid. Die Ausstellung ist eine wahre Sommerausstellung. Sie dauert bis zum Ende der Ferienzeit und behandelt ein Thema, das Lust auf Urlaub macht: Spanien und der Flamenco, ein Tanz, der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden ist und den der russische Komponist Igor Strawinsky als die «elitärste Kunst unter den Volkskünsten» bezeichnet hat. Tatsächlich ist dieser Tanz voller Stolz, Anmut und Temperament zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer bedeutenden Inspirationsquelle für Kunst, Werbung und Kino geworden und zu einem Symbol, das so vielfältig ist wie das Leben selbst: Erotik, Schönheit, Liebe, Leid und Tod. Der Flamenco besteht aus den Elementen Cante (Gesang), Toque (Gitarrenspiel) und Baile (Tanz), die der Ausstellung als thematische Gliederung dienen. Noch vor seiner ersten Reise nach Spanien setzte sich Manet, der Wegbereiter des Impressionismus, mit dem «Feuertanz» auseinander. So entstand 1862 das berühmte Bild der spanischen Tänzerin Lola von Valencia und 1860 sein «Spanischer Sänger», der die Besucher in die Ausstellung einführt. Ein weiterer Höhepunkt gleich zu Beginn ist auch die temperamentvolle Tänzerin von Courbet. Zahlreiche Stillleben mit Gitarre fertigten die Kubisten Juan Gris und Picasso an. In ihren Werken wird das Musikinstrument, das in den andalusischen Arbeiterstädten das bürgerliche Klavier ersetzte, zu einem Gegenstand geometrisch anmutender fast schon weiblicher Formen. Ein Feuerwerk roter und gelber Farben ist die großformatige Tänzerin der spanischen Kubistin Maria Blanchard. Der Surrealist Miro verwandelt das Sujet in einen Strich ähnlichen «Spanish dancer», und Sonia Delaunay lässt einen Sänger in ein spiralförmiges buntes Farben- und Lichtermeer eintauchen. Bei Henri Laurens führt die Flamenco-Begeisterung zu einer herrlichen Holzskulptur im kubistischen Stil. Der Zauber des Flamencos und seine Assoziationen, die mit Leidenschaft, Stolz, Liebe und Schönheit spielen, haben auch die Welt der Werbung und des Kinos beeinflusst. Der berühmte Film «Carmen» von Carlos Saura steht beispielhaft dafür. Filmauszüge, Werbeplakate und Flamenco-Kleider vervollständigen die Ausstellung, die den Besucher zu einem kleinen Spanienausflug einlädt. |
























































