| Madonnen im Depot, Kunst in der Kiste - Museum rüstet sich für Umbau |
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| Dienstag, 15. Juli 2008 um 15:56 Uhr | ||
Kunstdepot Münster Und in fast leeren Ausstellungsräumen lehnen lässig die Gemälde von Künstlern mit großen Namen wie Emil Nolde und Max Liebermann an der Wand. Das westfälische Landesmuseum in Münster steht vor gewaltigen Änderungen: einem Umzug, dem Teilabbruch und mehreren Jahren im Provisorium. Der Landschaftsverband Westfalen- Lippe (LWL) investiert 48 Millionen Euro in die knapp vier Jahre dauernde Runderneuerung des größten und bedeutendsten seiner 17 Museen. In Gängen und Depots des Kunsthauses bestimmen derzeit graue Pappkartons das Bild. «Von Ende Juli an wollen wir mit den meisten der 80 Mitarbeiter in einem leerstehenden, früheren Bankgebäude unterkommen», sagt Museumsdirektor Hermann Arnhold. Ein Großteil des Bestandes wird während der Bauzeit auf mehrere klimatisierte und gesicherte Depots in der Stadt verteilt. «In der Zeit werden wir viel Fahrrad fahren», meint der Museumschef vielsagend. Die Kunst macht den Löwenanteil des Umzugs aus. «Wir haben 300 000 Objekte und Dokumente», sagt Arnhold. Dazu gehören meterhohe Bilder, tonnenschwere Skulpturen, aber auch winzige Münzen und kostbares Porzellan. Der Abrisstermin steht bereits fest: Vom 1. April 2009 an nehmen Bauarbeiter das Museum in Besitz. Der weitläufige Gebäudeteil aus den 1970er Jahren wird dann eingerissen, ein Neubau hochgezogen. Doch zuvor feiert das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte noch sein 100-jähriges Bestehen. Die Jubiläumsausstellung «Orte der Sehnsucht» zeigt 250 hochkarätige Arbeiten - Leihgaben zumeist - von Dürer, Gauguin, Macke, Rubens, Klee, van Gogh und anderen. Die Ausstellung beginnt Ende September und wird im ehrwürdigen Altbau des Museums von 1908 gezeigt, der erhalten bleibt. Von Januar 2009 an, nach dem Ende der Jubiläumsschau, bleibt das Museum zu. Der historische Trakt wird nach einigen Monaten des Umbaus wieder eröffnet. Ingrid Scheele ist auf Laufschuhen in den Gängen unterwegs, und das ist ihrem Job geschuldet. Bei der Leiterin der Dokumentation laufen die Fäden des Umzugs zusammen. Das Handy ist ihr ständiger Begleiter. Über 1000 Umzugskisten sind schon bestellt. «Wir verwenden sie doppelt», sagt die quirlige Frau. Externe Logistik-Fachleute unterstützen das Museum bei der komplizierten Arbeit. Es gilt, einen Teil des Inventars für vier Jahre wegzupacken - die komplette Bücherei etwa. Andere Inhalte der Kisten werden in Kürze wieder gebraucht und sind dann hoffentlich auffindbar. Gemälde und kleine Skulpturen bleiben an Ort und Stelle. Denn der hohe Lichthof des Altbaus wird zum Depot umfunktioniert. «Es ist schwierig, klimatisierte Räume in Münster zu finden», berichtet die Umzugskoordinatorin. Also werden in den Innenhof drei Etagen eingebaut, um Exponate zu lagern. Wenn im August 2009 im Altbau wieder in kleinem Rahmen die Highlights der Sammlung gezeigt werden können, erhalten die Besucher nebenbei neue Sichtweisen: in ein Depot mit Einblick. |
























































