Kunstförderpreis NRW 15 prominente Künstler von nationalem oder gar internationalem Ruf vereint eine Ausstellung in der NRW- Landessammlung von Aachen-Kornelimünster für sechs Wochen unter einem Dach. Sie alle galten in ihren jungen Jahren als «durchaus förderungswürdige Begabung», so der amtliche Text, und sind in den vergangenen 50 Jahren vom Land Nordrhein-Westfalen mit dem Kunst- Förderpreis bedacht worden. Die rund 50 Gemälde, Skulpturen, Fotos und Videos in der Jubiläums-Ausstellung sind in der altehrwürdigen Barockabtei vor den Toren Aachens von Samstag an bis zum 31. August zu sehen. Die Palette der Ausgezeichneten reicht vom heute noch unterschätzten Maler Gerhard Hoehme (Förderpreis 1957) über Günther Uecker und die Fotostars Ruff und Gursky bis zum skandalumwitterten Gregor Schneider. Frische bringen die beiden aktuellen Förderpreisträger Robert Elfgen und Manuel Graf in die Schau: Elfgen hat sich dem emsigen Sozialleben der Bienen verschrieben und ein aus hochmodernem Waben-Kunststoff gebautes Kanu in den Barock-Klostersaal gestellt. Graf überrascht mit surrealen Installationen aus Pflanzen oder Alltagsdingen, die von fantasievollen Computeranimationen belebt werden. Mit einem sinnvollen Kniff hat Sammlungs-Chefin Maria Engels jeden nostalgischen Staub in der facettenreichen Kunst-Leistungsschau vermieden: «Wir haben die Künstler um jüngere Arbeiten gebeten, die sich mit den früher angekauften Werken in unserem Fundus ergänzen.» So fügen sich drei kalkweiße, genagelte Großformate Ueckers der 90er Jahre mit gut 30 Jahre älteren «Jugendwerken» des weltbekannten Nagelkünstlers. Die Düsseldorfer Fotokünstlerin Katharina Sieverding, eine der wenigen Frauen in der seit 1957 geförderten Hundertschaft der Kunst-Preisträger, schickte ein monumentales Selbstporträt- Triptychon aus jüngster Produktion nach Kornelimünster. Der auch als Akademie-Professor verdienstvolle Klaus Rinke, Förderpreisträger von 1972, kontrastiert sein karges «Gravitationsstück» aus Metallbogen und Lot zu einem barocken Wand-Kamin. Den mittlerweile global geschätzten und am Kunstmarkt höchstbewerteten Fotokünstlern Thomas Ruff und Andreas Gursky, als hoffungsvolle Talente Ende der 80er Jahre geehrt, widmet die Jubiläumsschau ein ganzes Kabinett mit Architektur- und unterkühlten Landschaftsmotiven. Gregor Schneider, der unlängst noch einen Sterbenden museal ausstellen wollte, ist vertreten mit einer Fotodokumentation seines geheimnisvollen Projekts «haus ur», das ihm 2001 den Goldenen Löwen der Kunst-Biennale in Venedig eingebracht hat. Ungeklärt bleibt hingegen bis auf weiteres die Zukunft der seit drei Jahrzehnten in der ehemaligen Reichsabtei Kornelimünster residierenden Landessammlung. Zum Missfallen vieler Kunstfreunde nicht nur in der Region «prüft» die Düsseldorfer Landesregierung derzeit die Verlegung des Bilder-Besitzes in ein neues Kunstzentrum nach Brauweiler bei Köln. Nach scharfem Protest vor allem aus Aachen scheint an diesem Punkt die Landes-Kulturpolitik nachdenklich geworden zu sein - auch wenn der Architektenwettbewerb bereits im Internet ausgeschrieben ist. (Internet: www.kunst-aus-nrw.de)
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