Bundeskunsthalle Bonn Er trat die Nachfolge von Wenzel Jacob an, der im Zuge der Finanzaffäre um die Museumsplatz-Popkonzerte abberufen wurde. Noch ein knappes halbes Jahr und der auf 18 Monate begrenzte Vertrag des Schweizers, der als einer der erfolgreichsten Ausstellungsmacher Deutschlands gilt, läuft aus. «Naja, es wird wohl doch ein wenig länger werden», sagte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur dpa. Noch sei kein Nachfolger in Sicht. Die Findungskommission, der er angehört, habe sich noch nicht einmal richtig zusammengesetzt, sagte Vitali. Es gebe Bewerbungen, über die erst ein Mal schnell geredet worden sei. Aber Ende August oder Anfang September müsse sich das Gremium treffen. Dann werde es aber mit einer Entscheidung bis zum Januar knapp werden. Also werde er wohl länger im Amt bleiben. Aber zwei Jahre oder gar mehr möchte er nicht mehr. «Ich bin 68 dieses Jahr, irgendwann muss ich in den Ruhestand treten», sagte Vitali, der früher Leiter der Frankfurter Schirn Kunsthalle und des Hauses der Kunst in München sowie Chef der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel war. Natürlich werde er auch weiterhin Ausstellungen machen. Das sei mit den Verantwortlichen auch so vereinbart. «Aber die Leitung des Hauses muss wahrscheinlich jemand anders übernehmen.» In einer so kurzen Zeit habe er natürlich nur gewisse Dinge neu auf das Programm setzen können, sagte Vitali. Er müsse erst mal die Dinge zu Ende bringen, die Wenzel Jacob vorher geplant habe, was er mit großem Vergnügen tue. Da wäre ab dem 22. August die Ausstellung «Rom und die Barbaren - Europa zur Zeit der Völkerwanderung» und dann vom 21. November an «Gandhara - Das buddhistische Erbe Pakistans, Legenden, Klöster und Paradiese». Ein «Vitali-Kind» wird die große Ausstellung «Amadeo Modigliano» sein, die am 17. April 2009 eröffnet wird. Das werde wahrscheinlich die größte Modigliani-Ausstellung seit Düsseldorf im Jahre 1991, sagte Vitali. «Möglicherweise, wenn es gelingt, noch weitere Leihgaben zu bekommen, die größte überhaupt seit dem Tod des Künstlers.» Modigliano zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Moderne und des 20. Jahrhunderts überhaupt. Der 1884 in Italien geborene Maler wurde nur 36 Jahre alt. Es werde eine große Rundum- Retrospektive über dessen Werk, sagte Vitali.
|