Neo Rauch - Leipziger Schule «Wenn man tatsächlich eine intensive Begabtenförderung betreiben will, muss man sehr selektiv vorgehen», sagte Rauch, der an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) unterrichtet, in einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Dienstag). Die Chance dieser Schule bestehe darin, die Studentenzahlen dramatisch zu reduzieren. «Nur so bekommt man hochkarätige Leute ans Haus und keine staubgrauen Diener, die nur froh sind, dass sie hier ihr Auskommen finden.» Rauch räumte ein, seine Kräfte als Professor überschätzt zu haben. «Die Bedürfnislagen von vierzig Leuten mit den unterschiedlichsten Anliegen auszutarieren, das bedeutet für mich, dass ich vor der Leinwand stehe und ein Knäuel im Kopf habe», sagte er. Der Maler hatte bereits angekündigt, seine Professur im Frühjahr 2009 aufzugeben und künftig nur noch eine Meisterklasse zu unterrichten. Kritikern, die mit seinem Abschied auch das allmähliche Ende der so genannten Leipziger Schule verbinden, trat Rauch entschieden entgegen. «Herrschaften, freut euch nicht zu früh. Ihr habt euch lange noch nicht ausgeekelt vor dem, was ihr beschlossen habt, nicht zu mögen, weil es für euch eine lästige Konkurrenz ist», sagte er. «Da ist vieles im Busche und wird auch ohne mein direktes Mitwirken weiterhin zu erwarten sein.» Für die Verwaltungsarbeit der Universität wie etwa Haushaltsfragen hat Rauch sich nicht interessieren können. Er kündigte künstlerischen Neuaufbruch an: «Der Erdkern saugt, es ist noch so ungeheuerlich viel zu tun, und das Beste kommt erst noch. Ich habe das Gefühl, dass es jetzt losgehen und ich Blöcke auf Kiel legen kann, die für Freund und Feind Bedeutung haben. Im Guten wie im Bösen. Da darf es keinen Verzug geben, keine Hinderung, keine Abirrung, das ist jetzt Chefsache.» dpa en yysn n1 mh
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