| Art Basel brilliert - Kaufstimmung, Qualität und Champagnerlaune Von Sabine Glaubitz, dpa |
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| Mittwoch, 04. Juni 2008 um 07:00 Uhr | ||
Noch bevor die bedeutendste Messe für Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert ihre Türen an diesem Mittwoch öffnen wird, macht sich bereits Champagnerlaune breit. «Der Start ist gut und vielversprechend», sagte der Karlsruher Galerist Thomas Riegger. Viele der 300 Kunsthändler konnten schon nach den ersten Stunden der Vorbesichtigung am Dienstag einen Teil ihrer Werke verkaufen. Das Aufgebot an hochwertiger zeitgenössischer und moderner Kunst ist beachtlich. «Wir haben wieder den Schwerpunkt auf gute Kunst gelegt», sagt Marc Spiegler, einer der Direktoren der Art Basel. Die «Art» sei für ihre Qualität bekannt, dennoch sei dieses Jahr die Auswahl besonders schwer gefallen. «Es haben sich mehr als 1000 renommierte Galerien beworben. So viel wie noch nie», sagte Spiegler. Das künstlerische Niveau sei auch unter den jungen, noch unbekannten Künstlern erstaunlich. Deshalb wurde auch der Sonderbereich «Art Statements» mit Einzelausstellungen von Nachwuchskünstlern von 26 auf 31 Präsentationen erweitert. Knapp ein Drittel der «Art Statements»- Künstler arbeiten und leben in Berlin. Deutschland und die USA stellen mit 49 und 72 Galerien das Gros der Aussteller. Der Rest verteilt sich auf mehr als 25 Nationen, wobei die Zahl der Galerien aus Asien und Lateinamerika steigt. Überragend ist auch dieses Jahr das Angebot an klassischer Moderne. Allein 31 Galerien bieten Arbeiten von Andy Warhol an, 26 Galerien Werke von Pablo Picasso, und 13 Galerien warten mit Max Ernst auf. Die Londoner Galerie Helly Nahmad besticht mit 18 Arbeiten von Joan Miró, von denen allerdings nur vier für jeweils rund drei Millionen Dollar (rund 1,9 Millionen Euro) verkäuflich sind. Gute moderne Kunst zeigen viele deutsche Händler, wie der Berliner Galerist Thomas Schulte mit Jonathan Laskers Ölgemälden für rund 120 000 Euro. Die Stimmung in den beiden Messehallen steigt, so wie die Temperaturen in der Schweizer Rheinstadt. Viele Messe-Cafes haben ihre Terrassen geöffnet. Es herrscht Hochbetrieb, und es fließt reichlich Champagner, denn viele Händler und Käufer können bereits auf die ersten erfolgreichen Verhandlungen anstoßen. Und wen wenige Tage vor Beginn der Europameisterschaft in der Schweiz und Österreich das Fußball-Fieber packt, der kann sich bei einem Tischfußball- Turnier am Stand eines Autokonzerns messen. Die Art Basel ist zu einem Event geworden, das von vielen parallelen Ausstellungen in der Stadt begleitet wird. Und auch der Besucherstrom nimmt jedes Jahr zu. 2008 erwartet die fünftägige «Art» rund 60 000 Besucher. Das wiederum stellt die Stadt und die Messebesucher vor große Probleme, denn Basel zählt nur 3 410 Hotelzimmer. Viele weichen auf Unterkünfte in bis zu 80 Kilometer entfernten Dörfern und Städten aus. Und die, die es sich leisten können, lassen sich täglich mit einem Privatjet von London oder Paris einfliegen.
(Internet: www.artbasel.com)
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