| Amerikanische Porträts des «Gilded Age» im Bucerius Kunstforum |
|
|
|
| Freitag, 06. Juni 2008 um 07:06 Uhr | ||
«Diese Porträts waren Spiegelbilder des sozialen Rangs», sagte Direktorin Ortrud Westheider am Donnerstag in Hamburg. Amerikanische Ölbarone, Stahlmagnaten und Eisenbahntycoons, die um die Jahrhundertwende zu unvorstellbarem Reichtum gekommen waren, wollten sich auch gesellschaftlich etablieren. Dabei wurde das Porträt zum wichtigen Medium, gemalt von amerikanischen Malern, die in Europa ausgebildet worden waren. In der Schau werden 45 Gemälde und 20 Miniaturen gezeigt, die zum Teil noch nie in Deutschland zu sehen waren. «Die Ausstellung bietet die seltene Gelegenheit zur Begegnung mit dem schillernden Gesellschaftsleben der New Yorker Upperclass des ausgehenden 19. Jahrhunderts», sagte Westheider. Die Leihgaben stammen aus europäischen und amerikanischen Privatsammlungen und Museen wie dem Metropolitan Museum of Art (New York) und der National Gallery of Art (Washington). Die Bezeichnung «Gilded Age» ist dem Roman «The Gilded Age. A Tale of Today» entlehnt, die Mark Twain und Charles Dudley Warner 1873 veröffentlichten. Die Sozialsatire nimmt die Auswirkungen der Wirtschaftsspekulationen aufs Korn, die das Land unmittelbar nach dem Bürgerkrieg (1861-1865) beherrschten. Zu sehen sind Werke von Künstlern wie John Singer Sargent, Mary Cassatt, Thomas Eakins und James McNeill Whistler. Die europäischen Herrschaftsporträts eines van Dyck und Velázquez gaben den Malern exzellente Vorbilder ab. Weil der neue Geldadel keine Ahnengalerie vorzuweisen hatte, schmückte man die Paläste mit altmeisterlichen Porträts und setzte auf zukünftige Dynastien, indem man seine Kinder malen ließ. Mit der Ausstellung setzt das Bucerius Kunstforum seinen dreiteiligen Zyklus «150 Jahre Amerikanische Kunst: 1800-1950» fort. Die Reihe schließt im kommenden Jahr mit der Ausstellung «Modern Life. Edward Hopper und seine Zeit».
|
























































