| Man Ray: Ausstellung mit Raritäten im Martin-Gropius-Bau Von Tanja Runow, dpa |
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| Montag, 16. Juni 2008 um 06:54 Uhr | ||
Die Ausstellung «Unbekümmert, aber nicht gleichgültig» präsentiert lange verborgene Schätze aus dem amerikanischen Man Ray Trust. Als Man Ray 1976 in Paris starb, war er vor allem ein berühmter Fotograf, ein anerkannter Erneuerer seiner Disziplin und ein geschätzter Wegbegleiter und Porträtist berühmter Zeitgenossen. Sein fotografischer Nachlass ging zu einem großen Teil an französische Museen. Der Rest verblieb bei seiner Frau Juliet Browner, die ihn aus Paris nach New York brachte und sich in jahrzehntelanger Arbeit daran machte, ihn zu ordnen. Erst gut 2000 der etwa 4000 Objekte sind bis heute katalogisiert. Nun ist diese Sammlung, die seit 1980 unter dem Titel «Man Ray Trust» geführt wird, zum ersten Mal in breitem Umfang zu sehen. Die Ausstellung, die zuvor schon in Paris und Madrid Station gemacht hat, bringt damit einiges ans Licht, das der Öffentlichkeit seit dem Tod des Künstlers verborgen geblieben ist - und manches, das noch gar nicht bekannt war. So versteckt sich in einem der hinteren Räume eine erstmals gezeigte Serie von Polaroids und Farbdias aus den 50er und frühen 60er Jahren: Porträts von Yves Montand, Juliette Gréco und der Frau des Künstlers Juliet Browner - eine besonders beeindruckende Entdeckung, so der Kurator der Ausstellung, John Jacob, auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. Über die Wände verstreut finden sich technische Zeichnungen für Kameras, ein Haus oder ein magnetisches Schachspiel, das sich Ray sogar in Frankreich patentieren liess. Den Werken an die Seite gestellt sind Alltagskunstwerke und Inspirationsquellen aus dem Haushalt des Künstlers: Ein paar eckige Hanteln, manipulierte Bügeleisen, Siebe und eine Sammlung erotischer Fotografien. Stolz kündigte der Direktor des Martin-Gropius-Baus, Gereon Sievernich, am Donnerstag an, außerdem alle Filme zeigen zu können, die Ray je produziert oder an denen er mitgewirkt habe. Insgesamt werden in Berlin 300 Exponate aus allen Schaffensphasen Man Rays präsentiert. Das Bild des Schöpfers fotografischer Ikonen wie «Le Violon dIngres», dem weltberühmte Akt eines weiblichen Rückens, auf den die f-förmigen Öffnungen eines Violincellos aufgebracht sind, wird von dieser Schau gesprengt und um die Dimension des vielseitigen, experimentierfreudigen, multimedialen, humorvollen und letztlich unkategorisierbaren Künstlers Man Ray erweitert. «Unconcerned but not Indifferent» - «Unbekümmert, aber nicht gleichgültig», das steht nicht nur bis zum 28. August als Motto über den Ausstellungsräumen des Martin-Gropius-Baus, sondern auch auf dem Grabstein Man Rays auf dem Pariser Friedhof Montparnasse.
(Internet: www.gropiusbau.de) |
























































