| Kleine Sensation: Album von Düsseldorfer Malerschule aufgetaucht Von Susanne Schmetkamp und Antje Lorscheider, dpa |
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| Montag, 23. Juni 2008 um 07:10 Uhr | ||
Der Hintergrund der Geschichte klingt nach romantischem Abenteuer: Vor 150 Jahren ging die als «Engel der Armen» verehrte Prinzessin Stefanie von Hohenzollern mit ihrem Gemahl König Pedro V. nach Portugal. Zum Abschied erhielt sie ein Büchlein mit Zeichnungen der Düsseldorfer Malerschule, eine der wichtigsten Künstlergruppen der damaligen Zeit. Fern der Heimat aber geriet das Album mit Ansichten Düsseldorfs in Vergessenheit. Da gleicht es einer kleinen Sensation, dass die Bilder nun wieder im Schloss der einstigen Besitzerin zu sehen sind, im heutigen Goethe-Museum. «Aus kunsthistorischer Sicht ist das sehr interessant», sagt Museumsleiter Volkmar Hansen. Unbemerkt hat das Juwel in der südportugiesischen Kleinstadt Vila Viçosa geschlummert, im Besitz der Stiftung des Königshauses Bragança. Nun sind die Zeichnungen und Aquarelle im Rahmen der Ausstellung mit dem unaussprechlichen Titel «Stefanie Dom Estefânia Rainha Dona Estefânia» als Faksimile wieder im Schloss Jägerhof, wo die Familie der Prinzessin aus dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen seit 1840 lebte. Die 25 Bilder, die - einzeln eingerahmt - in ihrer vollen Bedeutung für die Kunstgeschichte nun gewürdigt werden, stammen von Vertretern der Düsseldorfer Malerschule. Sie war Mitte des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts die federführende Künstlervereinigung Europas, wie Bettina Baumgärtel, Leiterin der Gemäldesammlung im museum kunst palast in Düsseldorf sagt. «Die Schüler kamen aus Skandinavien, aus Russland, sogar aus Amerika. Die Schule war wirklich maßgeblich». Das museum kunst palast plant derzeit selbst eine große Ausstellung zur Malerschule für das Frühjahr 2010. Das Album, das Stefanie 1858 zur Hochzeit geschenkt bekam, enthält Zeichnungen unter anderem vom Gründer der Malerschule, Wilhelm von Schadow. Dieser hatte als Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie (von 1826 bis 1859) den Weg zur international beachteten Kunsthochschule geebnet. Weitere Bilder stammen von Albert Flamm, Anton von Willes und Carl Hilgers. Auch Oswald Achenbach (1827-1905), ebenfalls bedeutender Vertreter der Malerschule, steuerte ein Bild bei, das für das Wesen der Prinzessin laut Hansen bezeichnend ist. Das Blatt zeigt das Düsseldorfer Schloss Jägerhof im Sonnenschein. Eine ärmlich gekleidete Frau mit einem Kind auf dem Arm streckt hoffnungsvoll bettelnd die Hand aus. Ihre Adressatin ist eine vornehme Dame im biedermeierlich feinen Kleid und Hut, vermutlich Prinzessin Stefanie, die hier also ihrem Spitznamen «Engel der Armen» alle Ehre macht. Die Adelige habe sich nämlich als Wohltäterin der Armen und in Hospizen engagiert. Ein Jahr nach ihrer Hochzeit starb die portugiesische Königin allerdings selbst im Alter von 22 Jahren an Diphtherie. Die Ausstellung im Goethe-Museum ist noch bis zum 13. |
























































