| Dänen-Kritik an Berliner Polizei und Politik wegen Ausstellung |
|
|
|
| Montag, 03. März 2008 um 20:49 Uhr | ||
Wegen Gewaltdrohungen von Islamisten war die Präsentation in der vergangenen Woche geschlossenen worden. Surrend reagierte damit am Montag auf die ihrer Ansicht nach weiterhin bestehenden Unsicherheiten über einen Polizeischutz für die Ausstellung in der Galerie Nord. Das sei «extrem enttäuschend». Muslime hatten die Entfernung eines satirisch- provozierenden Posters verlangt. Es zeigt die würfelförmige Kaaba in Mekka, ein Heiligtum des Islam, mit der Textzeile «Dummer Stein».
Nicht weit entfernt davon war das Bild eines Mannes mit einer jüdisch-orthodoxen Kopfbedeckung und der Zeile «Dummer Hut» zu sehen. Kulturstaatssekretär André Schmitz kündigte am Montag eine baldige Wiedereröffnung der Galerie an, ohne einen konkreten Termin zu nennen. Darüber wurde am gleichen Tag zwischen allen Beteiligten im Bezirksamt, der Galerie und den Sicherheitsbehörden beraten. Schmitz sagte im Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses, Innensenator Ehrhart Köring (SPD) sei der Auffassung, dass die Schau dem Publikum wieder gezeigt werden könne. Vorgesehen sei demnach jede Stunde ein Kontrollgang durch die Polizei. Das zuständige Bezirksamt Mitte sprach am Montag noch von «Abstimmungsbedarf», erwartet allerdings auch, von den Sicherheitsbehörden «nicht alleingelassen zu werden», wie eine Sprecherin sagte. Eine Sprecherin Körtings meinte am Montag, der Innensenator erwarte «Toleranz von allen in dieser Stadt lebenden Menschen». Wenn sich jemand bedroht fühle, biete die Polizei «selbstverständlich entsprechenden Schutz an». Die konkreten Sicherheitsvorkehrungen in diesem Fall seien Angelegenheit der Galerie und der Polizei. Es sei eine Entscheidung der Galerie gewesen, die Ausstellung zu schließen, eine Empfehlung der Innenbehörde dazu habe es nicht gegeben, sagte die Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Polizei wird nach Angaben eines Sprechers «ein sehr waches Auge auf die Galerie halten», auch wenn sie gewalttätige Übergriffe zurzeit nicht für wahrscheinlich hält. Am Montag gab es ein Sicherheitsgespräch mit den Verantwortlichen, bei dem die Polizei «vorsorglich Verhaltensempfehlungen» gegeben habe. Darüber hinaus «führen wir Schutzmaßnahmen im Rahmen des Streifendienstes durch und beobachten sehr sorgfältig die Lageentwicklung». Die Polizei ermittle in diesem Zusammenhang wegen Verdachts der Nötigung, nachdem der Kurator der Ausstellung die Polizei über die Gewaltandrohung von Muslimen informiert habe. Die vorübergehende Schließung der Galerie habe der Veranstalter selbst entschieden, die Polizei habe es nicht empfohlen und nicht veranlasst. Sie habe auch keine Einwände gegen eine Wiedereröffnung der Galerie. In einem demokratischen Rechtsstaat sei die Freiheit der Kunst ein «sehr hohes Gut, das von der Polizei geschützt wird, wo immer es bedroht ist», betonte der Polizeisprecher. «Kunst darf auch anstößig und provozierend sein. Das müssen alle ertragen, die bei uns und mit uns leben wollen.» |
























































