| Von Muslimen kritisierte Galerie wird Dienstag wiedereröffnet |
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| Montag, 03. März 2008 um 20:52 Uhr | ||
Das teilte das zuständige Bezirksamt Mitte am Montag mit. Es bestätigte damit auch einen Bericht der «Berliner Morgenpost» (Dienstag). Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) sagte dem Blatt, der Bezirk organisiere einen privaten Wachdienst, «der mit zwei Personen in der Galerie anwesend ist und im Notfall eingreifen kann». Die Ausstellung soll in unveränderter Form gezeigt werden.
Die Ausstellung war in der vergangenen Woche geschlossen worden, nachdem Muslime die Entfernung eines satirisch-provozierenden Posters verlangt hatten, das die würfelförmige Kaaba in Mekka, ein Heiligtum des Islam, mit der Textzeile «Dummer Stein» zeigt. In der Nachbarschaft ist das Bild eines Mannes mit einer jüdisch-orthodoxen Kopfbedeckung und der Zeile «Dummer Hut» zu sehen. Für den Leiter der Galerie Ralf Hartmann ist die Sicherheitsfrage dagegen «noch nicht befriedigend gelöst», wie er der Deutschen Presse-Agentur dpa am Montag sagte. Der Bezirk als Eigner sehe das offenbar anders. Auch der Kunstverein Tiergarten als Betreiber der Galerie hält seine Bedenken aufrecht und meinte in einer Presseerklärung am Montagabend, die Gründe, die für eine vorläufige Schließung der Galerie führten, «bestehen weiterhin». Der Kunstverein sehe nach wie vor die Frage der Sicherheit für Besucher der Ausstellung «nicht in befriedigendem Masse gewährleistet, um die Ausstellung wieder in kompletter Form der Öffentlichkeit zugänglich zu machen». Das bisher vorliegende Sicherheitskonzept der Polizei erscheine dem Kunstverein als «nicht ausreichend». Gleichzeitig betonte der Verein, dass es sich bei der Ausstellung «nicht im geringsten um eine anti-muslimische Ausstellung handelt». Sie richte sich vielmehr «gegen jede Form von Radikalisierung durch weltanschauliche und religiöse Fanatiker». Der Kunstverein bedaure es zudem, «wenn sich entgegen den Absichten der Künstlergruppe Surrend Bürger und Bürgerinnen muslimischen Glaubens verletzt fühlen und die Zielrichtung der Ausstellung missverstanden worden ist». Erwünscht sei vielmehr ein «produktiver Dialog mit Vertretern muslimischer Verbände und anderen Interessierten». Das Bezirksamt verlegt seine nächste Sitzung an diesem Dienstag in die Galerie Nord in der Turmstraße, «um ein deutliches Zeichen zu setzen für die Freiheit von Kunst und Kultur in der Bundesrepublik Deutschland», teilte die Pressestelle mit. «Ihre Solidarität bekunden auch Innensenator Ehrhart Körting (SPD) und Kulturstaatssekretär André Schmitz mit ihrem Besuch in der Galerie», betonte das Bezirksamt. Zuvor hatten die betroffenen dänischen Künstler der Gruppe «Surrend» am Montag mit Empörung auf die ihrer Ansicht nach bestehenden Unsicherheiten über einen Polizeischutz für die Kunstausstellung reagiert. In einer Presseerklärung warfen sie Polizei und Politikern vor, «wenig Interesse» an der Wiedereröffnung der Galerie zu haben. Auch Kulturstaatssekretär André Schmitz hatte am Montag eine Wiedereröffnung der Galerie angekündigt, ohne allerdings einen konkreten Termin zu nennen. Am gleichen Tag fanden zwischen allen Beteiligten im Bezirksamt, der Galerie und den Sicherheitsbehörden Gespräche statt. Schmitz sagte im Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses, Innensenator Ehrhart Köring (SPD) sei der Auffassung, dass die Schau dem Publikum wieder gezeigt werden könne. Vorgesehen sei demnach jede Stunde ein Kontrollgang durch die Polizei. Das zuständige Bezirksamt Mitte sprach die Erwartung aus, von den Sicherheitsbehörden «nicht allein gelassen zu werden». Eine Sprecherin Körtings meinte am Montag, der Innensenator erwarte «Toleranz von allen in dieser Stadt lebenden Menschen». Wenn sich jemand bedroht fühle, biete die Polizei «selbstverständlich entsprechenden Schutz an». Die konkreten Sicherheitsvorkehrungen in diesem Fall seien Angelegenheit der Galerie und der Polizei. Es sei eine Entscheidung der Galerie gewesen, die Ausstellung zu schließen, eine Empfehlung der Innenbehörde dazu habe es nicht gegeben, sagte die Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Polizei wird nach Angaben eines Sprechers «ein sehr waches Auge auf die Galerie halten», auch wenn sie gewalttätige Übergriffe zurzeit nicht für wahrscheinlich hält. Die Polizei habe aber «vorsorglich Verhaltensempfehlungen» gegeben. Darüber hinaus «führen wir Schutzmaßnahmen im Rahmen des Streifendienstes durch und beobachten sehr sorgfältig die Lageentwicklung». |
























































