| Kunst und Medien statt Hopfen und Malz: Dortmund baut Kreativzentrum Von Helge Toben, dpa |
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| Mittwoch, 26. März 2008 um 16:48 Uhr | ||
Der bisher leerstehende, hässliche Industriebau soll schon bald zum modernen Kulturtempel werden: Für 46 Millionen Euro entsteht hier bis 2010 ein «Zentrum für Kunst und Kreativität». Wenn im europäischen Kulturhauptstadtjahr 2010 hunderttausende Besucher ins Ruhrgebiet kommen, sollen sie in Dortmund erfahren, wie gut sich Kultur in Industriedenkmälern fördern lässt.
Das 1927 fertiggestellte Gär- und Lagerhaus hat seinen kurzen Namen von dem neun Meter hohen, in Goldränder gefassten «U»- Buchstaben auf dem Dach, dem Firmenzeichen der einstigen Brauerei «Dortmunder Union». Bis Ende der 90er Jahre wurde hier in großen Mengen Bier gebraut. Seitdem harrte der zwischenzeitlich unter Denkmalschutz gestellte Koloss einer politischen Entscheidung über seine Zukunft. Seit Ende Februar steht fest: Die Hälfte des Geldes für einen aufwendigen Umbau kommt aus der EU-Kasse, 30 Prozent zahlt die Stadt Dortmund und 20 Prozent das Land. «Hier zeigt das neue Ruhrgebiet seine Zukunftsfähigkeit», meint der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). Für die Kulturhauptstadt werde das Dortmunder «U» zu einem der wichtigsten Zukunfts-Symbole überhaupt. «Mit dem U bewahren wir ein altes Wahrzeichen unserer Stadt und geben ihm eine neue Perspektive», sagt Dortmunds Oberbürgermeister, Gerhard Langemeyer (SPD), einer der maßgeblichen Förderer des Projekts. Auch um das «U» herum soll alles anders werden: Auf 5,4 Hektar Fläche mit dem Turm mittendrin sollen etwa ein «Center for Creative Industries», ein Berufskolleg für Medienberufe und ein neues Besucherzentrum der Ruhrgebietstouristik entstehen. Den Zuschlag für den Umbau des U-Turms zum «Zentrum für Kunst und Kreativität» bekam das Büro des Dortmunder Architekturprofessors Eckhard Gerber. Seine Pläne sehen vor, dass ein «Vertikale» genannter durchgängiger Raum im Inneren das Erdgeschoss mit den sieben Stockwerken darüber bis hinauf in einen über acht Meter hohen «Kathedralenraum» verbindet. In diesem Freiraum können Besucher vom höchsten Stockwerk rund 40 Meter in die Tiefe sehen. Je Etage stehen 1400 bis 1600 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Platz genug also für das Ziel, nicht weniger als «Kunst, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien» unter einem Dach zusammenzuführen. So soll im U-Turm etwa das neue «Institut für Bewegtbildstudien» des Dortmunder Filmemachers Prof. Adolf Winkelmann arbeiten. Zwei Etagen sind für die Sammlung des Dortmunder Museums am Ostwall vorgesehen, das sich der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts widmet. Das Medienkunstlabor «Futurelab» des Ars Electronica Centers aus Linz will eine Zweigstelle eröffnen. Auch der Dortmunder Hartware MedienKunstVerein soll Räume bekommen. Ein «Zentrum für kulturelle Bildung» soll sich der Kreativitätsschulung von Kindern und Jugendlichen widmen. Im U-Turm soll auch die Redaktion des internetbasierten «Channel 2010» unterkommen. Im Erdgeschoss sind Geschäfte, Gastronomie und ein Tagungssaal geplant. Eine Etage ist für Wechselausstellungen und Präsentationen vorgesehen. Bis zur Neueröffnung ist noch einiges zu tun. Gerade erst hat die Sanierung der Fassade begonnen. Der eigentliche Umbau soll zum Jahresende starten. «Es ist keine alltägliche Aufgabe», sagt Gerber- Architekt und Bauleiter Rüdiger Ameling. «Alle gucken auf 2010, aber wir müssen für 50 Jahre bauen», meint der 44- jährige Dortmunder. Dabei gehe man behutsam mit dem Denkmal um, versichert er. «So eine Bauaufgabe werden wir nicht wieder bekommen. Es ist erheblich spannender als ein Neubau», sagt auch sein Kollege, der Architekt und stellvertretende Projektleiter Benjamin Sieber. Ein Stück Turm- Vergangenheit hat der 31-Jährige bei seinen Baubegehungen unterdessen schon gesichert: zwei alte, gelbe Bierkisten mit dem Schriftzug «Dortmunder Union». (Internet: www.rheinischestrasse.dortmund.de) |
























































