| Peter Behrens' «Wertheim-Speisezimmer» nach 106 Jahren in Darmstadt |
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| Donnerstag, 27. März 2008 um 20:09 Uhr | ||
«Wir wollen dem Leitgedanken des Jugendstils folgen und ein in sich abgeschlossenes Kunstwerk komplett präsentieren», sagte Renate Ulmer am Donnerstag im Museum Künstlerkolonie auf der Darmstädter Mathildenhöhe. Das Haus habe die Exponate des Gründungsmitglieds der Künstlerkolonie im Laufe der Jahre gesammelt. «Die Rekonstruktion des Wertheim-Speisezimmers bringt eine Idealvorstellung vom schönen Wohnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Anschauung.»
Das nachgebaute Raumkunstwerk mit Wandverkleidung und Deckendekoration zeigt eine Reihe originaler Einrichtungsgegenstände: Stühle und Schränke, ein Buffet und einen ausziehbaren Esstisch aus dunkel gebeiztem Eichenholz, dazu ein Porzellan-Service, Gläser und ein Tafelbesteck. Nicht mehr auffindbare Lampen und ein Teppich wurden rekonstruiert. Die Ausstellung ist bis zum 26. Oktober zu sehen. Peter Behrens hatte das Zimmer ursprünglich für die «Ausstellung moderner Wohnungs-Kunst» 1902 im Berliner Warenhaus Wertheim entworfen. «Damals wurden erstmals moderne Wohnräume in das Verkaufsangebot eines Warenhauses aufgenommen, um zu zeigen, wie schön Inneneinrichtung sein kann», sagte Ulmer. Nach den Worten des zeitgenössischen Kritikers Karl Scheffler imponierte das Behrens- Ensemble durch die «großzügige Disposition der farbigen Kontraste, durch die einfache Gediegenheit der Möbel und den festlichen Glanz der gedeckten Tafel». Behrens wurde 1868 in Hamburg geboren und galt als eine der Stützen des Münchner Jugendstils. In der Darmstädter Künstlerkolonie stellte er 1901 mit seinem eigenen Wohnhaus sein architektonisches Erstlingswerk vor, für das er auch die gesamte Innenausstattung entworfen hatte. 1903 wechselte er an die Kunstgewerbeschule Düsseldorf, danach gestaltete Behrens unter anderem als künstlerischer Beirat Produkte und Werbung der AEG in Berlin. Dort schuf er 1909 die Turbinenhalle der AEG, ein Meisterwerk moderner Industriearchitektur. In Düsseldorf baute er das Mannesmann-Haus, in Hannover die Verwaltung der Continental AG und in Frankfurt das Verwaltungsgebäude der ehemaligen Farbwerke Höchst. (Die Ausstellung ist vom 28. März bis 26. Oktober 2008 dienstags bis sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 3 Euro, ermäßigt 2 Euro - Internet: www.mathildenhoehe.eu) |
























































