| Schmuckstücke mittelalterlicher Meister in Straßburg ausgestellt Von Petra Klingbeil, dpa |
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| Donnerstag, 27. März 2008 um 20:11 Uhr | ||
«Wir sind besonders stolz darauf, dieses Werk zeigen zu können», sagt die Konservatorin des Museums der Münsterbauhütte, Cécile Dupeux. Auf einer etwa 30 x 40 Zentimeter großen Holzplatte hat der Meister die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind in einem lieblichen Garten mit Blumen und Vögeln dargestellt, «in einer Vision des verlorenen Paradieses», sagt Dupeux.
In dem Raum des «Paradiesgärtleins», einer Leihgabe des Städelschen Kunstinstituts in Frankfurt, sind bis zum 6. Juli neun Werke dieses Meisters zu sehen, die unter anderem aus Museen in Karlsruhe und Solothurn stammen. Eine große Zahl der insgesamt 100 Gemälde, Glasmalereien, Skulpturen, Figuren und Dokumente der Ausstellung stammen aus europäischen Museen in Deutschland und der Schweiz, entsprechend der damaligen Verbreitung gotischer Kunst über ganz Europa. In der Zeit um 1400 war Straßburg, obwohl es keine besonders reiche oder besonders große Stadt war, ein Zentrum des künstlerischen Schaffens. «Der Bau des Straßburger Münsters hat Zeichner, Kunsthandwerker, Maler, Steinmetze und Architekten aus ganz Europa angelockt», sagt Dupeux. Zu den besonderen Beispielen dieser Kreativität gehört auch der lebensgroße «Trompeter» aus Holz, der im Mittelalter neben der Orgel des Münsters thronte. Die Qualität der Werke sei ein Zeichen des Wohlstandes im damaligen Straßburg, erläutert Dupeux. «Hier lebte eine bürgerliche und finanzielle Elite, die als anspruchsvolle Förderer der Künste aufgetreten ist». Die Werke dieser «internationalen Gotik» strahlten weit über die Grenzen der einzelnen Regionen hinaus - künstlerische Einflüsse aus Italien, Spanien, der Schweiz, Nord- und Osteuropas flossen in Straßburg zusammen. Ein wichtiger Teil der Ausstellung über zwei Etagen des Museums «Oeuvre Notre Dame» ist dem Bau des Münsters gewidmet, mit einer Vielfalt an steinernen Figuren, deren Kopien an der Münsterfassade nur aus weiter Entfernung zu sehen sind. Was für ein Anziehungspunkt diese «historischen Baustelle» damals in Europa bedeutete, hat der spanische Reisende Pero Tafur 1438 festgehalten: «Straßburg ist eine der edelsten Stätte der Christenheit. Dort steht eine große Kirche und besonders der Turm ist der schönste, den ich gesehen habe». Die Bewunderung hat sich bis heute gehalten und bis ins 19. Jahrhundert war der Straßburger Münsterturm mit seinen 142 Metern höchster Kirchturm Europas. Passend dazu wird eine gewaltige Architektur-Zeichnung des Turms auf Pergamentpapier im Treppenhaus gezeigt, die aus Gründen der Erhaltung normalerweise nicht der Öffentlichkeit zugänglich ist. «Wir erwarten bis zu 30 000 Besucher», sagt die Konservatorin. Einmal pro Woche werden auch Führungen auf deutscher Sprache angeboten. (Internet: www.strasbourg1400.com) |
























































