| Aachen organisiert Protest gegen «Kunst-Abzug» aus Kornelimünster |
|
|
|
| Sonntag, 30. März 2008 um 17:45 Uhr | ||
«Wir werden Anfang April in all unseren Museen Protestlisten auslegen und zusätzlich überlegen, welche Aktionen wir starten», sagte der Aachener Oberbürgermeister Jürgen Linden (SPD) der Deutschen Presse-Agentur dpa. Auch Aachener Kulturschaffende wollten gemeinsam ihren Unmut in der Öffentlichkeit äußern. Ende November hatte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) erklärt, die seit 1976 in Aachen-Kornelimünster untergebrachte Landessammlung möglicherweise zum Bestandteil eines Kunstzentrums mit Nachlass-Archiv und Restaurierungswerkstätten in Brauweiler bei Köln zu machen. Aachen wehrt sich dagegen und will seinen «Standortfaktor» behalten. Eine entsprechende einstimmige Resolution des Stadtrats habe die Stadt der Landesregierung zugeschickt. «Ich denke, dass die Landesregierung darauf antworten wird und dass sich dann die Möglichkeit zu Gesprächen anbietet», sagte Linden. Die Stadt werde dem Land auch Kooperationen etwa bei Veranstaltungen oder beim Marketing anbieten. Die Abtei Kornelimünster hat jährlich 13 000 Besucher. Unterstützung kam von der SPD-Landtagsabgeordneten Liesel Koschorreck. In einem Appell forderte sie Staatssekretär Hans- Heinrich Grosse-Brockhoff auf, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen. «Anstatt einen bewährten Standort zu schließen, müssen die vorhandenen Potenziale ausgeschöpft und die Konzeption weiterentwickelt werden», forderte die SPD-Kulturexpertin in einer Mitteilung der ihrer Landtagsfraktion. Die Kosten einer kompletten Verlagerung stünden in keinem Verhältnis zu dem eigentlichen Ziel, die Einrichtung «Kunst aus Nordrhein-Westfalen» aufzuwerten. Der Standort Kornelimünster biete dazu alle Möglichkeiten. Die vor allem durch Förderankäufe des Landes seit 1945 geschaffene Sammlung mit ihren 3300 Bildern und Skulpturen umfasst wichtige Frühwerke heute bedeutender Künstler wie Richter, Uecker oder Polke ebenso wie aktuelle Erwerbungen junger Künstler aus NRW. Etwa 1000 Werke schmücken Ministerien, Staatskanzlei und die Landesvertretungen Brüssel und Berlin.
|
























































