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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Emotionen in Farbe: Mark-Rothko-Retrospektive in Hamburg Von Carola Große-Wilde, dpa PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 15. Mai 2008 um 19:40 Uhr

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Der amerikanische Maler Mark Rothko (1903-1970) zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Eine umfassende Retrospektive mit rund 110 Arbeiten, davon mehr als 60 Gemälde auf Leinwand und 40 Arbeiten auf Papier ist nach München von Freitag an bis zum 24. August in der Hamburger Kunsthalle zu sehen. «Eine vergleichbare Gelegenheit, Rothkos Werk in dieser Dichte und Qualität zu sehen, wird sich in Europa auf lange Sicht nicht wieder bieten», sagte Kunsthallen-Direktor Hubertus Gaßner am Donnerstag in Hamburg.

Und mit noch einer Sensation wartet die Kunsthalle auf: Zum ersten Mal werden die berühmten Farbfeldbilder des Amerikaners zwei historischen Vorläufern gegenüber gestellt. Auf der einen Seite steht das romantische Erbe Caspar David Friedrichs (1774-1840). In seinen Landschaften eröffnen sich dem Betrachter mit Rothko vergleichbare persönliche Empfindungsräume. Neben dem «Wanderer über dem Nebelmeer» und «Meeresufer im Mondschein» konnte «Der Mönch am Meer» für die Ausstellung gewonnen werden. Auf der anderen Seite die Malerei des Franzosen Pierre Bonnard (1867-1947), dessen Werk von der sinnlichen Farbenfreude des Mittelmeers durchflutet ist und das Bemühen der Moderne um die reine Farbwirkung verkörpert.

«Ich bin kein abstrakter Künstler», lautete der Anspruch des russischstämmigen Malers. «Mich interessiert nicht das Verhältnis von Farbe oder Form oder irgend so etwas.» Für den Betrachter scheint das paradox, denn Rothko ist vor allem wegen seiner großflächigen Kompositionen aus zumeist drei leuchtenden Farben berühmt. Rothko verband seine Bilder aber immer mit inhaltlichen Vorstellungen von den grundlegenden menschlichen Gefühlen: «Tragödie, Ekstase, Schicksal». Schon in seinen frühen städtischen Szenen etwa der New Yorker U-Bahn experimentierte er mit formalen Reduktionen.

In Deutschland gab es bisher nur zwei Rothko-Ausstellungen - 1988 in Köln und 1971 in Berlin. Es sei schon erstaunlich, dass es hier so lange keine Rothko-Ausstellung mehr gegeben hat, sagte sein Sohn Christopher Rothko, der die Ausstellung mit seiner Schwester Kate Rothko-Prizel ermöglichte. Dabei gebe es «mehr Rothko-Gemälde in Deutschland als an jedem anderen Ort außerhalb der USA». Aber die Museen besitzen jeweils nur ein Werk des Künstlers. Schrittweise näherte sich Rothko von den figurativen Anfängen in den 30er Jahren über den Surrealismus der 40er Jahre den reinen Farbkonstellationen seiner «klassischen Periode» in den 50er und 60er Jahren.

Rothko wurde 1903 als Markus Rothkowitz und viertes Kind eines jüdischen Apothekers in dem damals zu Russland gehörenden lettischen Dwinsk geboren. Als Zehnjähriger kam er mit seiner Familie in die USA. Sein Studium in Yale brach er ab und zog nach New York, wo er Kunst sowie Schauspielerei studierte und 1930 seine Laufbahn als Maler begann. Rothko hatte eine äußerst komplizierte Künstlerseele.

So malte er zwar 1958 einen Gemäldezyklus für ein Restaurant in Mies van der Rohes Seagram Building. Als er aber feststellte, dass seine Bilder dort nur Dekoration sein sollten, behielt er sie für sich.

Rothko verübte 1970 in seinem Atelier Selbstmord.

 
(Internet: www.hamburger-kunsthalle.de)



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