| Trotz aller Unkenrufe: Finanzkrise verschont Kunstmarkt - vorerst? |
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| Samstag, 17. Mai 2008 um 09:06 Uhr | ||
Die Krise auf den Finanzmärkten und die lahmende US-Wirtschaft würden auch den Kunstmarkt nicht verschonen, orakelten die Experten vor den traditionellen Frühjahrsversteigerungen moderner und zeitgenössischer Kunst in New York. «Es wird hässlich werden», warnte ein Vorstandsmitglied von Christie's mit Blick auf die längerfristigen Auswirkungen sogar. Doch dann kam alles anders - zumindest vorerst. Bei den am Donnerstag zu Ende gegangenen Auktionen purzelten die Rekorde nur so. Das Kunsthaus Sotheby's nahm allein in dieser Woche 470 Millionen Dollar (gut 300 Millionen Euro) ein - das höchste Ergebnis für Nachkriegskunst in der fast 300-jährigen Geschichte des Hauses. Prompt stieg die Sotheby's-Aktie um mehr als neun Prozent. Und auch beim Erzrivalen Christie's klingelte die Kasse kräftig. Fast 350 Millionen Dollar kamen beim großen Abendverkauf herein, deutlich mehr als das geschätzte Mindestergebnis von 282 Millionen Dollar. «Rezession? Welche Rezession?» fragte die New Yorker Kunsthändlerin Barbara Gladstone im Spass, als sie den brechend vollen Auktionsraum verließ. Und ihr Kollege José Mugrabi fügte laut «New York Times» hinzu: «Ich verstehe nicht, wie es so gut laufen kann, wenn die Wirtschaft wirklich so angeschlagen ist. Vielleicht fühlen sich die Leute sicherer mit Kunst.» Die Auktionshäuser hatten nach der Preisexplosion am Kunstmarkt in den Jahren 2006 und 2007 allerdings auch vorgesorgt. «Wir haben uns ganz bewusst auf weniger Angebote, aber sehr hohe Qualität konzentriert», sagt Amy Cappellazzo, die Co-Chefin der Abteilung für zeitgenössische Kunst bei Christie's. So gab es fast ein Drittel bis ein Viertel weniger «Lots» als in den Vorjahren, dafür stieg der Durchschnittpreis je Bild. «Wir haben unseren Verkauf um zwei große, moderne Meisterwerke gruppiert», berichtete Simon Shaw, der Sotheby's-Experte für die Moderne. «Es gibt nach wie vor Hunger auf Kunst, aber es ist ein sehr anspruchsvoller Hunger.» Die Käufer gaben ihm Recht. Spitzenwerke wie «Big Sue» des deutschstämmigen Malers Lucian Freud und das monumentale Gemälde «Triptych, 1976» seines irischen Kollegen Francis Bacon fuhren mit 33,6 und 86,3 Millionen Dollar Auktionsrekorde ein. Die hochwertigen Angebote aus der Sammlung der Krefelder Industriellenfamilie Helga und Walther Lauffs fanden fast alle einen Käufer - meist zu deutlich höheren Preisen als geschätzt. Ungewöhnlich war auch das Interesse an Skulpturen. Allein aus Alberto Giacomettis Schatz surrealistischer Figuren wurden neun Werke verkauft. Für die Auktionshäuser bleiben gleichwohl zwei Unbekannte. Wegen der unerbittlichen Konkurrenz in der Branche sind sie zunehmend dazu übergegangen, ihren Anbietern einen Mindestpreis zu garantieren - unabhängig vom Verkaufserlös. Inzwischen sollen sie in Einzelfällen sogar Bilder vorher komplett gekauft haben. Ein riskantes Spiel. Und: Das «Wall Street Journal» hatte schon vor der neuen Versteigerungsrunde berichtet, Sotheby's habe Schwierigkeiten, die Kaufpreise nach der Auktion auch tatsächlich einzutreiben. Da ein Großteil der Käufer noch immer aus Amerika kam, könnten einige von ihnen angesichts der Kreditkrise Probleme bekommen, die Millionen für ihr neues Liebhaberstück locker zu machen. |
























































