| Munchs «Schrei» und «Madonna» nach vier Jahren wieder im Museum Von Thomas Borchert, dpa |
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| Freitag, 23. Mai 2008 um 19:50 Uhr | ||
Das Osloer Munch-Museum öffnete am Freitag die - inzwischen extrem gut gesicherten - Pforten für die Ausstellung «Wiedersehen mit dem Schrei und Madonna». Der Versicherungswert der von den Räubern schwer beschädigten und nach der Sicherstellung aufwendig restaurierten Kunstwerke beträgt umgerechnet mehr als 90 Millionen Euro. Ein makelloses Happy End nach dem spektakulären und brutal durchgeführten Kunstraub vom 22. August 2004 kann das Munch-Museum seinen Besuchern allerdings nicht präsentieren. Die Papptafel mit dem «Schrei», einem auf der ganzen Welt bekanntgewordenen Sinnbild für extreme Angstgefühle, hat durch die achtlose Behandlung nach dem Raub dauerhafte Wasserschäden davongetragen. «Das Bild muss feucht gelagert worden sein. Unsere heutigen Konservierungsmethoden reichen noch nicht aus, um das wieder hinzubekommen», sagt Museumssprecherin Jorun Christoffersen. Das «künstlerische Erlebnis» sei für Betrachter aber ungetrübt. Ramponiert präsentiert sich auch die 1893/94 auf Leinwand gemalte «Madonna» bei dem «Wiedersehen» in Oslo. Das ist nach Angaben der Sprecherin allerdings nur vorübergehend: «Wir haben es mit der Retuschierung einfach zeitlich nicht geschafft. Das kommt noch weg.» Völlig rätselhaft ist bis heute das Motiv für den Raub, der drei Norwegern Haftstrafen zwischen sechs und zehn Jahren eingebracht hat. Nie gab es Lösegeldforderungen. Und der rohe Umgang mit der extrem kostbaren Beute scheint die Theorie zu bestätigen, dass eine norwegische Gangsterbande mit diesem Coup schlichtweg die Polizei in Atem halten wollte, um so die Fahndung nach einem ebenfalls spektakulären Geldraub in der Nordseestadt Stavanger zu blockieren. Dass die Bilder im August 2006 plötzlich während des Prozesses um den Stavanger-Coup wie aus dem Nichts auftauchten, stärkte Spekulationen, wonach die wertvollen Gemälde als Tauschobjekte für mildere Urteile eingesetzt werden sollten. Bis heute ist es bei Spekulationen geblieben. Die Ermittler schweigen ebenso eisern wie die beteiligten Räuber. Das Munch-Museum zahlte für den Raub unter anderem mit einer langwierigen Schließung wegen unzureichender Sicherheitsmaßnahmen. Nun ist das Museum komplett umgebaut und präsentierte kurz vor der Ausstellungseröffnung mit seinen beiden Prachtstücken noch eine kleine Sensation für Munch-Kenner. «Der Schrei» soll nicht, wie bisher angenommen, 1893, sondern erst 17 Jahre später - 1910 - entstanden sein. Damit gilt als sicher, dass die andere Version des Bildes aus der Osloer Nationalgalerie die ältere ist. Bisher galt dies als unklar. «Madonna», gibt es sogar in fünf Versionen, von denen eine in der Hamburger Kunsthalle hängt.
(Internet: www.munch-museum.no) |
























































