| Baselitz hat Schuldgefühle wegen Weggangs aus DDR |
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| Montag, 26. Mai 2008 um 19:37 Uhr | ||
«Es ist letztlich das Empfinden, dass das Weggehen als Lösung meiner Probleme zu einfach gewesen ist», sagte er der «Dresdner Morgenpost» (Montag). Es sei egoistisch gegenüber seiner Familie gewesen. «Ich war damals 18 Jahre alt, ungestüm und völlig unängstlich, habe das Land im Protest verlassen.» Ob sein Weggehen für die Verwandten negative Folgen haben könnte, habe er nicht bedacht. Erst nach der Wende habe er beim Lesen seiner Stasi-Akten erfahren, dass sie alle betroffen waren. «Hätte ich das damals geahnt, wäre es vielleicht anders gekommen.» Für die Laufbahn eines Künstlers sei Weggehen die einzige Chance gewesen. «Eine solche Karriere ist nur unter freien Verhältnissen möglich. Natürlich muss das immer im Widerspruch zur Gesellschaft geschehen, aber doch nicht so, dass man dafür im Gefängnis landet.» Nach der Wende habe er ganz anders gearbeitet als davor. «Der Gegner, das unerfreuliche Gegenüber, war nicht mehr da, es gab keinen Grund mehr für Protest.» So malte der heute 70-Jährige frühe Bilder nochmal unter neuem Blickwinkel - ein Novum in der bildenden Kunst. Baselitz glaubt aber nicht, dass andere Künstler dem Beispiel folgen. «In der Kunst ist es doch so: Wenn einer etwas macht und ein anderer tut es auch, heißt es sofort, der hätte es nachgemacht.» Seine Überkopf- Malweise habe auch niemand kopiert. «Nein, in der Malerei fängt man immer neu an.» |
























































