| Ausstellung von Nationalsozialisten beschlagnahmter Kunst in Rostock |
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| Donnerstag, 29. Mai 2008 um 20:34 Uhr | ||
Die Ausstellung sei deutschlandweit einzigartig, sagte Museumsleiterin Heidrun Lorenzen am Donnerstag. Es handele sich um Gemälde, Grafiken und Plastiken unter anderem von Ernst Barlach, Lovis Corinth, Otto Dix, Lyonel Feininger, Paul Klee, Oskar Kokoschka und Max Pechstein. Sie stellen ein Viertel des Rostocker Bestandes an verfemter Kunst dar. Die Ausstellung dauert bis zum 7. September, der Eintritt ist frei. 1937 hatten die Nazis mehr als 20 000 Werke moderner Kunst als «entartet» aus deutschem Museumsbesitz beschlagnahmt. Die in Rostock ausgestellten Werke stammen aus der Hinterlassenschaft des Güstrowers Alois Böhmer (1892-1945), einem der wenigen Kunsthändler, die vom Berliner Propagandaministerium zum Handel mit «entarteter» Kunst autorisiert waren. Böhmer hatte nach Worten Lorenzens einen großen Bestand als Kommissionsware übernommen. Mehr als 1000 dieser Werke kamen 1947 ins Museum der Stadt Rostock, rund 400 von ihnen wurden an Museen zurückgegeben. Die Forschungsstelle «Entartete Kunst» des Kunsthistorischen Instituts der Freien Universität Berlin hatte gemeinsam mit den Rostocker Museen den Bestand wissenschaftlich erfasst. Dies sei der letzte umfangreiche Bestand an «entarteter Kunst» in Deutschland. Es würden nun teilweise Stücke ausgestellt, die schon 1937 in München als «entartete Kunst» gezeigt wurden, während gleichzeitig in unmittelbarer Nachbarschaft von den Nazis anerkannte Kunst gezeigt wurde. Es könne sein, dass bei den rund 600 in Rostock verbliebenen Werken noch frühere Leihgaben dabei sind, dies müsse noch geprüft werden, sagte Lorenzen. Es sei geplant, mit weiteren Kunstwerken aus dem Rostocker Bestand eine Ausstellung einzurichten.
(Internet: www.kunsthallerostock.de)
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