| New Yorker Auktionen starten verhalten - Rekord für Malewitsch |
|
|
|
| Mittwoch, 05. November 2008 um 07:08 Uhr | ||
Kunstauktion, New York, Finanzkrise
Das Auktionshaus Sotheby's blieb in der Nacht zum Dienstag auf einem Drittel seiner Angebote sitzen. Statt der erwarteten Mindestsumme von 337 Millionen Dollar kamen nur knapp 224 Millionen Dollar (175 Millionen Euro) in die Kassen. Ein Rekordergebnis erzielte mit 60 Millionen Dollar allerdings das abstrakte Gemälde «Suprematist Compostion» des russischen Avantgarde- Künstlers Kasimir Malewitsch. Die düstere Liebesszene «Vampir» von Edvard Munch gehörte zu den ganz wenigen Werken, die die Erwartungen übertrafen. Obwohl «nur» auf 30 Millionen Dollar geschätzt ging das Bild nach einem spannenden Bieterwettstreit für gut 38 Millionen Dollar an einen anonymen Käufer, der per Telefon mitgeboten hatte. Werke von Picasso, Modigliani, Giacometti, Cézanne, Chagall und anderen blieben liegen oder wurden unter Schätzpreis verkauft. «Die Leute waren nervös. Die Stimmung war sehr abwartend», sagte Kunsthändlerin Susan Seidel laut «New York Times». Nach einer Pause am US-Wahltag sollte am Mittwoch und Donnerstag die Versteigerung von impressionistischer und moderner Kunst beim Konkurrenten Christie's folgen. In der kommenden Woche steht bei beiden Häusern der Verkauf zeitgenössischer Werke an. Die 60 Millionen Dollar für das Malewisch-Bild entsprachen genau der Mindestschätzung von Sotheby's. So viel sei bei einer Auktion noch nie für ein Werk von Malewitsch oder überhaupt für einen russischen Künstler gezahlt worden, betonte Firmenvorstand Emmanuel Di-Donna. «Wir haben erlebt, dass ein großartiges Kunstwerk auch in schwierigen Zeiten hervorragend abschneiden kann.» Malewitsch (1878-1935), ein seinerzeit in der Sowjetunion verfemter Künstler, gilt als Wegbereiter der Modernen Malerei und Begründer des Suprematismus. Sein jetzt versteigertes Schlüsselwerk von 1916, eine Komposition verschiedenfarbiger geometrischer Figuren, hing 50 Jahre im Stedelijk Museum in Amsterdam, ehe es im Frühling nach einem 17 Jahre dauernden Rechtsstreit an die Erben des Künstlers zurückgegeben wurde. Um die Verkaufsrisiken zu minimieren, hatte Sotheby's schon vorab ein vertraglich bindendes Mindestgebot eingeholt. Bei der Versteigerung gab es dann nur einen Bieter. Wer der Käufer war, wurde nicht mitgeteilt. Eher enttäuschend war auch der Verkauf eines Meisterwerks von Edgar Degas. Seine dichte Studie «Danseuse au repos» (1879), vom US- Finanzmakler Henry Kravis angeboten, fuhr mit 37 Millionen Dollar zwar ebenfalls einen Auktionsrekord für den Künstler ein. Sotheby's hatte für die Guache, die eine Ballerina in einer Tanzpause auf der Bank sitzend zeigt, allerdings einen Mindestpreis von 40 Millionen Dollar erwartet. Kravis hatte das Bild 1999 für 28 Millionen Dollar bei Sotheby's in London ersteigert. Laut «New York Times» war ihm jetzt ein deutlich höherer Garantiepreis zugesichert worden. |
























































