| Hartmut Gampp - Künstler über Umwege |
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| Mittwoch, 05. November 2008 um 07:10 Uhr | ||
Hartmut Gampp
Natürlich war ihm stets bewusst, dass dies keineswegs ein Beruf wie alle anderen ist. Natürlich war ihm klar, dass bei aller Romantik über das Leben in den Ateliers und an den Leinwänden die Existenz als Künstler eine unsichere ist. Kurz: Hartmut Gampp kam über Umwege zur Kunst. «Als ich jung war, waren meine Eltern natürlich dagegen, dass ich Künstler werde», erzählt der heute 63-jährige Karlsruher in seinem Atelier. Und die professionelle Malerei musste warten - wenngleich sie ihn stets begleitete. Gampp brach nach der Schule zunächste eine Lehre als Dekorateur ab, er jobbte als Fabrik- und Landarbeiter, Handelsvertreter, Kraftfahrer und Hafenarbeiter - und er ging aufs Schiff: «Nach dem Hauptschulabschluss mit 15 Jahren bin ich zur See gefahren und habe viel von der Welt gesehen.» Doch auch an Bord waren Stift, Pinsel und Leinwand immer griffbereit. Von Gampps Zeit als Seemann zeugen lebendige Erinnerungen an fremde Landschaften, die er mit Acrylfarben festhielt. «Mit 19 habe ich beschlossen, nicht für immer auf dem Wasser bleiben zu wollen», erzählt er. Was dann kam, war ein Weg über eine Druckerlehre zur Mittleren Reife, die ihm eine Ausbildung zum Kunst- und Werklehrer an Sonderschulen ermöglichte. Seine persönliche Kunst blieb dabei weiter im Hintergrund. Nach dem Lehrerdasein machte Gampp mit 31 Jahren den entscheidenden Schritt: Er studierte und verließ die renommierte Kunstakademie in Karlsruhe als Meisterschüler. «Danach habe ich auf freier Wildbahn geackert, viel gemalt und Ausstellungen gemacht», sagt er. «Aber das Geld reichte nicht, deshalb habe ich immer auch gejobbt.» Die Arbeiten, mit denen Gampp sein tägliches Brot sicherte, waren meistens Bildbearbeitungen, etwa für Werbeagenturen, Buchführung oder Fahrdienste. «Ich habe an vielen Fronten gekämpft und mache das heute noch», erzählt der Künstler. Fast zehn Jahre lang war er außerdem Dozent an der Pädagogischen Hochschule und an der Universität Karlsruhe. Gampps großes Thema waren Psychogramme, Porträts von Menschen, die über die Physis hinausgehen und auch die Psyche zeigen. Die Bilder sind oft hell, sie zeigen einheitliche Züge, einige andere dagegen sind verwischt und dunkel, deuten Zerrissenheit an. Den Künstler begleiteten auch Holztafeln, die er bemalte. Es sind sogenannte hölzerne Schaltafeln, wie sie auf jedem Bau vorkommen. Gampp bemalt sie und stellt sie einer unbearbeiteten, rohen Tafel gegenüber. «Damit zeige ich eine Relativierung dessen, was der Mensch machen kann.» Zur Zeit versucht Hartmut Gampp, Computergrafiken und Malerei zu vereinen, aber auch Materialbilder gehören jetzt zu seinem Repertoire, etwa ein Rechteck aus Kandiszucker. Doch es bleibt dabei: Auch heute noch jobbt Gampp nebenher. «Ein Künstler». sagt er, «muss in seinem Leben viel Glück haben. Aber auch Geld.» |
























































