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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Neue Bleibe für Nachlass von «Weltraumkünstler» Charles Wilp PDF Drucken E-Mail
Samstag, 08. November 2008 um 10:47 Uhr

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Charles Wilp, Archiv 

 

Eine Privat-Initiative will dem selbst ernannten «Weltraumkünstler» in Düsseldorf ein Zentrum für seinen Nachlass einrichten.     An das Werk Wilps, dessen schräge und freche Werbeslogans wie «super-sexy-mini-flower-pop-op-cola» unvergessen sind, soll eine «Begegnungsstätte» erinnern. Entsprechende Medienberichte bestätigte Wilp-Freund Karl-Heinz Theisen - zusammen mit der Wilp-Witwe Ingrid Schmidt-Winkeler Initiator des Plans - am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.    

Kapriziert haben sich die Initiatoren auf das Gelände der Kaiserswerther Diakonie. Der Vorstand der Diakonie habe zwar «kein grundsätzliches Ja oder Nein» ausgesprochen, berichtete eine Sprecherin. Allerdings sei der ins Gespräch gebrachte Vorschlag abgelehnt worden. Begründung: «Das auserkorene Gelände ist belegt.»    

Höchstens 50 000 Euro veranschlagt Theisen für die geplante «Containerlösung» im Park der Diakonie: Vier Container, in denen Bilder, Zeichnungen und Fotografien aus dem umfangreichen Nachlass Wilps gezeigt werden sollen, werden miteinander verbunden und «verschwinden» als «Grashaus» unter Erde und Rasen.    

«Krönung» des Ensembles soll Wilps berühmtes Ufo «Futuro» aus dem Jahr 1973 sein. Das bewohnbare linsenförmige Zimmer mit Bullaugen hatte der PR-Mann und Fotograf, der Künstler wie Andy Warhol und Joseph Beuys oder Sportler wie Muhammed Ali vor seiner Linse hatte, vor gut 35 Jahren auf dem Dach seines Hauses installiert. Ein Aufreger für die Nachbarschaft, der dazu führte, dass Wilp das Weltraumobjekt letztlich in den Niederlanden einlagerte. Von dort will Theisen es «aufpoliert» nach Kaiserswerth zurückholen.    

Von Kaiserswerth aus hatte Wilp in den 60er und 70er Jahren mit Kampagnen für Afri-Cola, Wodka («Puschkin: Für harte Männer») oder VW («und läuft und läuft und läuft») seinen legendären Ruf als kultige Werbe-Ikone begründet. Hier begann Wilp (1932-2005) auch seine zweite Laufbahn - als «ARTronaut». Fasziniert von der Raumfahrt schickte Wilp - für so manchen eine zunehmend «spinnerte» Haltung - etwa Kunst per Rakete ins Weltall.    

Warum der Nachlass, von dem schon Teile an Museen in Berlin und München gegangen sind, nicht einem Düsseldorfer Museum angeboten wird? Der Prophet im eigenen Lande gelte nichts, antwortet Theisen. «Für Charles Wilp war bisher kein Platz», sagt der Wilp-Freund und begründet die «nicht so ganz große Resonanz» mit Ignoranz und Unkenntnis. «Charles Wilp, wer ist das denn?» - diese Bemerkung sei nicht selten.    

Theisens Fazit: «Die Kulturverantwortlichen haben die Bedeutung Wilps nicht erkannt.» Seine Schlussfolgerung: «Ohne Privatinitiative läuft nichts.» Als Vorsitzender des Heinrich-Heine-Freundeskreises in Düsseldorf ist er - was die Realisierung des Wilp-Zentrums betrifft - zuversichtlich. Bei 400 Mitgliedern sei der ein oder andere schon «verpflichtbar», meint Theisen.   

Sollte der Plan nicht umsetzbar sein, etwa weil die Kaiserswerther Diakonie nicht vom Wilp-Zentrum zu überzeugen sei, dann - so gibt Theisen den Plan Schmidt-Winkelers zur Überlassung des Nachlasses an ein US-amerikanisches Museum wieder - «Dann ist eben alles weg.»



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