| Frank Gehry: Neutralität entwertet Kunst |
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| Freitag, 14. November 2008 um 08:36 Uhr | ||
Interview, Frank Gehry, Kunst Das Projekt hat 276 Millionen kanadische Dollar (197 Millionen Euro) gekostet. Gehry hat dafür das alte viktorianische Haus mit einer überraschenden neuen Konstruktion verknüpft - ein jahrelanger und oft schwieriger Prozess, wie er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Toronto erklärte.
Wie kommen Sie auf Ihre Ideen?
Gehry: «Ich bin mal in der Fernsehsendung «Die Simpsons» aufgetreten und habe erzählt, dass ich ein Blatt Papier zusammenknülle, es ein Stück von mir wegwerfe und mich dann inspirieren lasse. Aber es passiert nicht plötzlich. Es ist nicht so, dass ich aufwache und einen Traum habe - oder jedenfalls nur selten. In diesem Fall ging es ja um einen Umbau. Es gab viele Sachen, die ich nicht antasten sollte, egal ob ich sie mochte oder nicht. Es gab das Budget, und es gab den Zeitrahmen. Und dann ist es wie ein Glücksspiel: Etwas passiert, und du machst etwas daraus, triffst eine Entscheidung und daraus ergibt sich das nächste. Es war nie ein klarer Gedanke, weil es kein klares Gebäude war.»
Was bedeutet es für Sie, dass das Museum in Toronto ist?
Gehry: «Ich bin in dieser Stadt aufgewachsen, bis ich 17 war - da ist ein Haufen emotionales Zeug damit verbunden. Meine Großmutter lebte hier nur die Straße runter. Sie ging immer zu so einem kleinen Schreiner um die Ecke und holte die Holzabfälle. Und dann setzte sie sich mit mir auf den Boden und wir bauten Häuser und Städte und so Zeug. Ich weiß nicht, warum sie das gemacht hat, aber es ist mein Leben geworden.»
Freuen Sie sich nach der Museumserweiterung jetzt über das Ergebnis?
Gehry: «Ich bin Jude, ich bin deshalb nie wirklich glücklich. (Lacht) Nein, so jüdisch bin ich jetzt auch wieder nicht und deshalb bin ich auch nicht so unglücklich. Für mich ist jetzt die schwerste Zeit. Im Nachhinein denkt man immer, man hätte das ein oder andere anders machen sollen. Aber die Leute scheinen das Haus zu mögen, und das freut mich. Mir gefallen besonders die Galerien. Die Museumswelt denkt ja, ich mache absichtlich schräge Ausstellungsräume, um es den Künstlern schwer zu machen, aber das stimmt nicht. Ich mag nur diese weißen Schuhschachteln nicht. Neutralität ist nicht neutral, sie entwertet Kunst. Unsere Galerien haben Saft - wir haben Gefühl reingesteckt.»
Interview: Nada Weigelt, dpa |
























































