| Kunst als Abenteuer - Lude Döring hat bestes Bild noch nicht gemalt |
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| Freitag, 14. November 2008 um 08:38 Uhr | ||
Lude Döring, Künstler, Kunst Am Optimum arbeitet Professor Adam Lude Döring immer noch - mit fast 83 Jahren. Doch das stört den gebürtigen Sachsen nicht, der im Sachsenheimer Stadtteil Häfnerhaslach (Kreis Ludwigsburg) am Rande des Strombergs wohnt. «Das perfekte Bild wäre der Tod - deshalb muss Kunst immer Abenteuer sein», betont der Autodidakt, der über die Anthroposophen-Szene in Stuttgart den Weg zur Kunst gefunden hat. «Zunächst hatte ich eher philosophische Interessen, aber dann habe ich Lust am Malen bekommen», berichtet Döring. Er zählt zu den wichtigsten figurativen Malern im Südwesten. Aufgewachsen in Dresden, arbeitete Rudolf Döring - so sein Taufname - nach dem Zweiten Weltkrieg als Postamtsvorsteher im Erzgebirge, war Holzfäller und Hilfsschreiner. Nach seinem Umzug in den Westen studierte er Philosophie bei Max Bense und sechs Semester an einer freien Akademie; Döring zeichnete viele Vormittag im Ballettsaal des Stuttgarter Staatstheaters, malte, illustrierte, typografierte und verdiente Geld. «Dabei hatte ich das Gefühl, dass mir Malen liegt. Und als Abenteurer, der ich bin, versuche ich immer zu machen, was ich will.» Fortan begab er sich mit seiner Malerei auf die Suche nach dem Sein des Menschen und wie dieser in seine Umwelt eingebunden ist. Döring ist ein Artist der linearen Figur, ein Denkspieler mit dem Zeichenstift, ein Regisseur simultaner Szenerien, in denen Erschautes und Erdachtes, Kontemplatives und Ironisches vereint sind. Bevorzugte Themen seines Schaffens sind Köpfe und Gesichter. «Gesichter sind am interessantesten.» Und Döring wird nicht müde, zu betonen, er sei «ein Spieler». Was lebendig sei, habe den Antrieb der Bewegung in sich selber, «ist Selbstbewegung». «Ich bin ein Stück Natur, welches malt», sagt Döring. Aber eigentlich male er nicht, sondern zeichne. «Ich zeichne lieber, weil ich gerne eine Sache schnell fertig machen will», gesteht er. Dabei sei er ein Mensch ohne Ideen: «Ich fange einfach an.» Die meisten seiner Bilder sind an einem Tag fertig. «Ich versuche es immer in einem Zug zu vollenden, wobei ich auch gerne nachts arbeite.» Deshalb sei er fast den ganzen Tag im Atelier: «Ohne Zeichnen und Malen wäre es mir zu langweilig.» Dörings Markenzeichen sind seine Hundertfeldkompositionen: Der Bildfläche wird systematisch ein Raster unterlegt, das aus 100 gleichmäßigen Quadraten bestehen. Darauf vollzieht sich spontan das Spiel der Linie, Figuren, Formen und Farben. In der Quadratform sei alles möglich, berichtet er. Er sieht darin einen Dialog zwischen dem spontanen Döring und der Geometrie, aus der auf diese Art Poesie wird. Von außen, sagt der Künstler, könne er nichts aufbauen: «Ich arbeite von innen heraus. Wenn ich formal arbeite, werde ich schlecht.» Döring malt auch aus einem anderen Grund gerne quadratische Bilder: «Wenn's mir nicht gefällt, drehe ich es einfach um 90 Grad.» Deshalb gebe es kein misslungenes Bild von ihm. Wie viele Werke sein Schaffen umfasst, weiß Döring nicht. «Ich habe keine Fotografien und sammle meine Bilder nicht. Ich weiß auch nicht, wer meine Bilder hat. Manchmal erkenne ich nicht einmal, dass ein Bild von mir ist.» Wirtschaftliche Sorgen drücken den 1989 zum Professor ernannten Künstler nicht, obwohl er kaum Auftragsarbeiten macht und «keine Beziehung zum Geld» hat. «Ich konnte immer von der Kunst und meinen Arbeiten leben. Dabei galt ich immer als Preisbrecher». Seine Bilder würden von einer breiten Schicht gekauft, sagt er. Döring wird «querbeet» gesammelt. Erst jüngst hat die Kreissparkasse Ludwigsburg mehrere Dutzend Werke aus allen Schaffensepochen von Döring für eine Dauerausstellung gekauft. |
























































