| Dänische Künstlergruppe «Surrend» zieht nach Berlin |
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| Montag, 17. November 2008 um 07:07 Uhr | ||
Künstlergruppe Surrend, Berlin«Die Arbeitsbedingungen in Berlin sind besser als in Kopenhagen», begründete «Surrend»-Künstler Jan Egesborg die Entscheidung. Das Echo auf die Aktionen der Gruppe seien in Deutschland wesentlich stärker als in Dänemark, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Gruppe habe ein Atelier in Berlin- Kreuzberg bezogen und bereite dort nun zwei Ausstellungen für kommendes Jahr vor. Für Aufsehen hatte «Surrend» zuletzt im März gesorgt. Auf einer Ausstellung im Kunstverein Kreuzberg hatte die Gruppe ein Plakat mit einem Bild der Kaaba, des Heiligtums der Muslime, ausgestellt. Darunter stand die Bezeichnung «Dummer Stein». Daneben war ein Mann mit jüdischen Kopfbedeckung zu sehen mit dem Zusatz «Dummer Hut». Die Ausstellung wurde nach Protesten von muslimischer Seite für mehrere Tage geschlossen. Wenige Tage später eröffnete Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) die Ausstellung erneut als Zeichen für die Meinungsfreiheit. «Diese Aktion hat uns zu viel Energie gekostet», sagte Egesborg. «Wir sind an Skandalen nicht interessiert.» In Zukunft wolle sich die Gruppe neben politischer Satire auch «sanfteren Themen» zuwenden. Die Künstlergruppe hatte mehrmals in Zeitungsanzeigen in diktatorisch regierten Länder verkappte Kritik an den Machthabern geübt. So gelang «Surrend» an der Zensur vorbei eine Zeitungsanzeige in Birmas Zeitung «Myanmar Times» zu platzieren, in der sie den Junta-Chef des Landes verschlüsselt als Mörder bezeichneten. Die «Teheran Times» druckte ein Inserat mit allerdings nur vordergründig US-feindlichen Parolen: Unter dem Bild des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ergaben die jeweils ersten Buchstaben von fünf untereinander stehenden Zeilen das englische Wort «Swine» (Schwein). In Deutschland hatte «Surrend», die sich unter anderem an die Tradition von Plakatkünstlern der Weimarer Republik wie John Heartfield anlehnt, auch die Linkspartei sowie die NPD auf Korn genommen. «Wir setzten uns mit allen Machthabern und der Dummheit auseinander», sagte Egesborg. Die Gruppe hatte sich auch den Zorn des damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin zugezogen, den sie in Wien auf einem Riesenplakat mit dem Konterfei und dem zweideutigen Satz: «ErschieSSt Putin - Journalisten?» dargestellt hatten. «Solche Aktionen kosten uns sehr viele Energie und sehr viel Geld für Rechtsanwälte», sagte Egesborg. Die Gruppe wolle sich auf dem Höhepunkt ihrer Bekanntheit jetzt neu orientieren und sich mit Alltagsthemen wie dem Leben in einer Großstadt befassen. Dafür hat «Surrend» bereits eine Figur ersonnen, die in den kommenden Monaten auf der Straße plakatiert werden soll: «Moll Morgengrau» solle als grüblerischer, etwas depressiver Mann das neue Maskottchen der Gruppe werden. (Internet: www.surrend.org) |
























































