| Regensburg verliert quirlige Museumschefin - Neuer Job in Mannheim |
|
|
|
| Dienstag, 25. November 2008 um 07:13 Uhr | ||
Ostdeutsche Galerie, Regensburg, Ulrike LorenzDas bedeutendste Kunstmuseum Ostbayerns kümmert sich hauptsächlich um Künstler aus den ehemals deutsch geprägten Gebieten Osteuropas. Trotz des herausragenden Auftrags dieses vom Bund, Freistaat Bayern und der Stadt Regensburg gemeinsam getragenen Hauses machte das Museum in der Vergangenheit häufig weniger durch die ausgestellte Kunst von sich Reden, sondern eher durch interne Querelen. Als 2004 die neue Direktorin Ulrike Lorenz die Verantwortung übernahm, galt die renommierte Einrichtung als etwas träge und verstaubt. Doch mit der quirligen Museumschefin wehte schnell ein frischer Wind durch die Kulturhallen im Regensburger Stadtpark. Auch beim Publikum kam die Arbeit von Lorenz offensichtlich gut an. Seit ihrem Amtsantritt hat sich die Zahl der Besucher auf jährlich rund 30 000 mehr als verdoppelt. Nun wird die 45-Jährige zum Jahreswechsel den Posten in Regensburg aufgeben. Auf die Powerfrau wartet eine neue Herausforderung in Mannheim, sie wird von 2009 an die dortige Kunsthalle leiten. Schon vor Beginn ihrer neuen Tätigkeit hat sie sich für den neuen Job viel vorgenommen. Das Mannheimer Museum will sie wieder bundesweit ins Gespräch bringen - und die Besucherzahl auf 80 000 im Jahr verdoppeln. Lorenz macht klar, dass sie keineswegs mit Groll aus Regensburg scheidet. Die berufliche Herausforderung in dem deutlich größeren Mannheimer Museum sei ausschlaggebend gewesen. «Ich bin ein bisschen zerrissen, ich gehe mit einem lachenden und einem weinendem Auge.» Die Bilanz ihrer viereinhalbjährigen Zeit in Regensburg sieht sie positiv. «Ich habe dieses Haus durch günstige Umstände prägen können», sagt Lorenz. «Die Wissenschaftler stehen wieder im Zentrum.» Dies sei zuvor nicht immer so gewesen, meint sie . «Insofern gehe ich auch auf dem Gipfel des Erfolgs.» Für die Kunstinteressierten hat sich das Regensburger Museum während der Ära Lorenz schon rein äußerlich deutlich verändert. Das Haus, das eine eigene Sammlung von 2500 Gemälden und Skulpturen sowie 30 000 Grafiken hat, bekam ein neues Farbkonzept verpasst. So wurden die ehemals weißen Wände bunt und der Eingang von der Künstlerin Magdalena Jetelová mit vier schiefen knallroten Säulen zu einer Dauerinstallation umgestaltet. Auch die auf 2500 Quadratmetern präsentierte Ausstellung wurde thematisch neu geordnet. Zudem machte das Museum mit etlichen Sonderschauen wie einer Otto-Dix-Retrospektive (2005) oder mit der aktuellen Lovis-Corinth- Ausstellung auf sich aufmerksam. Bei der Corinth-Ausstellung ist Lorenz das Kunststück geglückt, dass das relativ kleine Haus aus der Oberpfalz gemeinsam mit dem weltberühmten Pariser Musée d'Orsay eine Schau konzipieren durfte. Auch das Leipziger Museum der Bildenden Künste ist an der noch bis bis 15. Februar 2009 in Regensburg zu sehenden Schau beteiligt. Für Lorenz ist Mannheim die dritte Station als Museumsdirektorin. Nach dem Kunst- und Archäologiestudium in Leipzig war sie zunächst Leiterin mehrerer Häuser in ihrer Geburtsstadt Gera. An ihrer neuen Aufgabe reizt sie auch, dass die Kunsthalle eine Einrichtung der Stadt Mannheim ist. «Ich spüre dort ein ganz anderes Interesse der Kommune.» Wer dafür künftig das Regensburger Museum mit 17 Beschäftigten leiten wird, ist noch unklar. Da die Direktorenstelle bislang noch nicht ausgeschrieben wurde, wird frühestens im kommenden Sommer mit einem neuem Museumschef gerechnet. (Internet: www.kunstforum.net) |
























































