| Verfall überall: Otto Dix' Radierzyklus «Der Krieg» in Düsseldorf |
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| Freitag, 28. November 2008 um 07:15 Uhr | ||
Otto Dix, kunst palast, DüsseldorfVon Samstag an sind unter dem Titel «Zeit des Wahnsinns» die Radierzyklen «Der Krieg», «Tod und Auferstehung», «Zirkus» und das «Radierwerk III» zu sehen (bis 25. Januar). Dix, Frontsoldat im Ersten Weltkrieg, habe in den Blättern nicht nur den Krieg selbst, sondern auch dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft der Weimarer Republik thematisiert, sagte Kurator Christoph Danelzik-Brüggemann am Donnerstag in Düsseldorf. «Wohin Dix auch blickt, sieht er Verfall.» Dass die 20er Jahre eine Zeit der zunehmenden «Verrohung und Bestialisierung» waren, zeigen die Blätter des Zyklus «Tod und Auferstehung». «Selbstmord» etwa zeigt eine karge, ärmliche Stube, in der ein Mann grotesk verdreht - und ebenso schlaff wie sein Anzug am Kleiderhaken - an der Decke hängt. Gleichsam «körperlos» ist der Mann ein drittes Mal im Bild - mit erlöstem Gesicht und als Schatten seiner selbst sitzt er auf einem Stuhl. Schock, Schreck und Schonungslosigkeit stecken in Arbeiten wie dem «Lustmord», ein Blatt des gleichen Mappenwerks. Ekelerregend ist nicht nur die dahingemetzelte Frau in Unterwäsche, die rücklings auf einem Bett liegt. Ekelerregend ist auch die dazugehörige Kopulationsszene zweier Straßenköter. Dass die Dix'schen Blätter «mitunter schwer auszuhalten sind», wie Danelzik-Brüggemann sagte, wird auch im 50 Radierungen umfassenden Mappenwerk «Der Krieg» aus dem Jahr 1924 deutlich. Zu sehen sind weithin bekannte Motive wie ««Sturmtrupp unter Gas», Soldaten mit Totenschädeln ähnelnden Gasmasken oder der «Unterstand»: Ein Blick in eine pferchähnliche Stube mit wie erschlagen wirkenden Schlafenden im Stockbett, einem zitternden, intellektuell bebrillten Jüngling mit irrem Blick und zwei zockenden Haudegen. (Internet: www.museum-kunst-palast.de) |
























































