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Nachrichten aus Kunst und Kultur aus Oktober 2008
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Freitag, 31. Oktober 2008 um 10:37 Uhr |
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Dresdner Kupferstich-Kabinett, Museum des Jahres Das Haus betreibe das Sammeln, Bewahren und Erschließen von Kunst mit großer Ernsthaftigkeit und Sinn für Zusammenhänge, hieß es in der Begründung der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA am Freitag in Berlin. Das Kupferstich- Kabinett beweise, dass sich Museen nicht von neuem erfinden müssten, um ihrer Aufgabe als Ort der Vermittlung von Wissen und beglückender Sinnenlust gerecht zu werden. Die Kritiker lobten die wissenschaftlich sorgfältige Arbeit sowie die kluge Erwerbspolitik des Kupferstich-Kabinetts. Das älteste Museum für grafische Kunst in den deutschsprachigen Ländern ging aus der Kunstkammer der sächsischen Kurfürsten hervor. Zur Sammlung gehören eine halbe Million Werke auf Papier von 11 000 Künstlern. Dazu zählen Arbeiten von van Eyck, Dürer, Rubens und Rembrandt, Toulouse-Lautrec, Dix und Mondrian. Als besondere Ausstellung kürte in einem persönlichen Votum der Kritiker Bernhard Schulz («Tagesspiegel») die Ausstellung «Adolph Menzel. Radikal real» der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München, die in Zusammenarbeit mit der Alten Nationalgalerie in Berlin entstand. Der 1951 gegründeten deutschen AICA-Sektion, deren Mitglieder durch Zuwahl berufen werden, gehören gut 170 Kunstkritiker an. Weltweit sind in 64 Ländern rund 4000 Kritiker im internationalen Verband der AICA zusammengeschlossen.
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Freitag, 31. Oktober 2008 um 10:36 Uhr |
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Damien Hirst, Amsterdamer Reichsmuseum Die umstrittene Skulptur mit dem Titel «For the Love of God» wird in dem niederländischen Nationalmuseum im Flügel der Alten Meister präsentiert und damit bewusst auf eine Stufe mit weltberühmten Werken von Meistern wie Rembrandt und Vermeer gestellt. Hirst durfte für die Gestaltung des unmittelbaren Umfelds seines mit 8601 Diamanten besetzten Platinabgusses eines echten Totenschädels 16 Werke von Malern des 17. Jahrhunderts aus dem Fundus des Reichsmuseums auswählen und diese kommentieren. Auch deshalb habe sich Hirst für Amsterdam als ersten Ort der Tournee des Diamantenschädels entschieden, sagte Wim Pijbes, der neue Generaldirektor des Reichsmuseums. «For the Love of God» ist dort bis zum 15. Dezember zu sehen. Wo und wie das Werk anschließend präsentiert wird, ist nach Angaben des Reichsmuseums offiziell noch nicht bestätigt worden. Hirst selbst hatte vor einem Jahr Sankt Petersburg, Seoul, Peking und New York als Wunschorte genannt. Der Diamantenschädel, den manche Kritiker als geschmacklos bezeichneten, war im August in London für umgerechnet 75 Millionen Euro an eine Investorengruppe verkauft worden. Er gilt damit als die teuerste zeitgenössische Arbeit eines noch lebenden Künstlers.
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Freitag, 31. Oktober 2008 um 10:35 Uhr |
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Camill Leberer Der 55- jährige Künstler spricht von seiner Erfahrung, von einem Gefühl der Sicherheit - und seiner künstlerischen Identität. «Auf der Suche nach dem Warum bin ich immer noch», sagt er. Doch habe er sich selbst gefunden. «In der Kunst.» Geboren 1953 in Kenzingen (Kreis Emmendingen) begann er nach einer Phase der Orientierung das Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und verschrieb sich bis heute ganz der schöpferischen Gestaltung. Die Reitzensteinstraße in Stuttgart ist bekannt für die Anreihung bedeutender Künstlerateliers. Seit 18 Jahren lässt hier auch Camill Leberer seiner Fantasie freien Lauf. Der bungalowartige Bau mit einem breiten halbrunden Dach vermittelt das, was man in einem Atelier erwartet. Wer das Innere betreten darf, wird von Inspiration förmlich erfüllt. In der Mitte des Raumes warten begonnene Werke auf ihre Vollendung. Farben, Unterlagen, Werkstoffe wollen dem Künstler dabei helfen. An den Wänden lehnen überall Bilder. Bei seinen Lackbildern und Skulpturen aus Glas und Metall fällt die farbenfrohe Gestaltung auf. Oft sind es Gebilde aus reduziert- geometrischen Formen, denen man nicht ansieht, was sie verbergen. Leberer faszinieren «das Geheimnisvolle und Rätselhafte». Der eindimensionalen Sicht der Dinge fühlt er sich nicht verbunden. Dem Offensichtlichen stellt er die verschlüsselte Botschaft gegenüber. Die Erkenntnis auf den zweiten oder dritten Blick, darin liegt für ihn «das Großartige der Kunst und deren Bedeutung». Zwischen 1984 und 1986 wohnte Leberer in Düsseldorf und Berlin. In dieser Zeit wurde er Preisträger des deutsch-französischen Forum Junger Kunst. Zwei Jahre später nahm er eine Dozentenstelle für Bildhauerei an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim an und wurde daraufhin für ein Stipendium der Villa Massimo in Rom ausgewählt. Dort war er ein Jahr künstlerisch tätig. Für Leberer hat die Kunst neben ihrer Ästhetik und der Fähigkeit Botschaften zu vermitteln auch den Effekt der Verarbeitung. Diese Möglichkeit, verschiedene Lebensphasen zu reflektieren und aufzuarbeiten, erwies sich für ihn mit zunehmendem Alter als tragfähig. So schlagen sich auch immer wieder das Lebensgefühl und die Stimmungen des Künstlers in seinen Werken nieder. Im Jahr 1991 erhält er für seine Arbeit den Förderpreis der Stadt Stuttgart. Im selben Jahr lehrt er als Gastprofessor an der Universität, wo er einst sein Studium der Bildhauerei begann. In seinem Atelier fällt auch eine schwarze Stereoanlage auf der Fensterbank und eine große CD-Sammlung daneben auf. Der überwiegende Teil der Titel kommt aus dem weltweiten Repertoire des Jazz und Blues. Musik inspiriere ihn nicht, sagt er, aber sie schaffe «eine Atmosphäre, die meine künstlerische Aktivität belebt». Ein Arbeitstag des Künstlers gleicht erstaunlich dem eines Nicht-Künstlers. Leberer hält relativ konsequent einen Acht-Stunden-Tag ein, davon sei er meist vier Stunden am Entwerfen seiner Ideen und noch mal so lang am Gestalten seiner Kunst. Wie jeder Künstler fühlt sich auch Leberer bei der Frage nach dem Preis seiner Kunst nicht sonderlich wohl. Da der Kaufpreis und der wirkliche Wert der Kunst noch lange nichts gemeinsam haben, ist der Geldwert die Tabufrage unter Kunstfreunden, die einen viel tieferen Sinn hinter ihren Gemälden und Skulpturen sehen. Zwischen 7000 Euro und 15 000 Euro lassen sich Anhänger seiner Kunst eine der begehrten Skulpturen kosten. Erst in diesem Jahr erhielt er dafür den mit 10 000 Euro dotierten Peter-Hans-Hofschneider-Preis.
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Freitag, 31. Oktober 2008 um 10:33 Uhr |
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Albrecht Dürer, Kunsthaus Kaufbeuren Bis zum 1. Februar 2009 werden im Kunsthaus Holzschnitte und Kupferstiche Dürers präsentiert. Die Werke zählen nach Veranstalterangaben aufgrund ihrer Ausdruckskraft und Perfektion zu den Meisterwerken der Kunstgeschichte. Höhepunkte der Ausstellung seien die berühmten Blätter «Der heilige Hieronymus im Gehäuse» und «Melancholie». Als weitere Besonderheit kündigt die Ausstellungsleitung die Präsentation der «Ehrenpforte» an, die als der größte Holzschnitt gilt, der jemals geschaffen wurde. (Internet: www.kunsthaus-kaufbeuren.de)
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Freitag, 31. Oktober 2008 um 10:32 Uhr |
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Förderpreis, Nordrhein-Westfalen, Kunst Die Preisträger stünden damit in der Tradition von Künstlern wie Pina Bausch oder Christoph Schlingensief, sagte Hans-Heinrich Grosse- Brockhoff, NRW-Staatssekretär für Kultur, bei der Verleihung. «Dieses Erbe soll die Preisträgerinnen und Preisträger nicht belasten, sondern Ansporn sein, den eigenen künstlerischen Weg weiter zu gehen und sich dabei nicht entmutigen zu lassen.» Das Preisgeld in Höhe von jeweils 7500 Euro solle dabei helfen, künstlerische Projekte zu verwirklichen und ihr Werk bekannter zu machen, sagte Grosse- Brockhoff weiter. Den Preis für «Malerei, Grafik, Bildhauerei» erhielt die in Köln lebende bildende Künstlerin Natalie Czech. Als Schriftsteller wurden die beiden Autoren Marius Hulpe (Soest) und Oliver Uschmann (Ascheberg) geehrt und als Komponisten erhielten Hauke Jasper Berheide und Matthias Schriefl (Köln) die Auszeichnung. In der Sparte «Theater» haben die Schauspielerin Lena Schwarz (Bochum) und Regisseur Laurent Chétouane den Preis bekommen und die Regisseure Gregor Buchkremer und Stefan Westerwelle erhielten ihn in der Sparte «Film». Zudem wurden die in Köln lebenden Medienkünstlerinnen Freya Hattenberger und Kerstin Ergenzinger sowie die Architekturbüros «Studyo Architects» und «modulorbeat- ambitious urbanists + planners» geehrt. Die Landesregierung vergibt die Ehrung nach eigenen Angaben seit 1957 jedes Jahr für überdurchschnittliche Begabung. Die Preisträger sollten nicht älter als 35 Jahre sein und müssen mit NRW verbunden sein. Die Dotierung des Preises wurde in diesem Jahr von 5000 auf 7500 Euro erhöht.
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