| «Der Kult des Künstlers»: Ausstellungsfestival in Berlin |
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| Mittwoch, 01. Oktober 2008 um 06:55 Uhr | ||
Der Kult des Künstlers, BerlinMit einem wahren Ausstellungsfestival unter dem Leitmotiv «Der Kult des Künstlers» verabschiedet sich der Ende Oktober aus dem Amt scheidende Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Peter-Klaus Schuster (64), von seiner «Kommandobrücke der Kunst».
Insgesamt sind zehn Ausstellungen mit Werken aus dem 19. Jahrhundert bis zu Künstlern wie Joseph Beuys und Jeff Koons geplant. Die Ausstellung wurde auch vom Verein der Freunde der Nationalgalerie mit der früheren Kulturstaatsministerin Christina Weiss an der Spitze gefördert. Am Freitag folgen dann im Hamburger Bahnhof die Ausstellungen «Beuys. Die Revolution sind wir» und «Celebrities. Andy Warhol und die Stars». Am 9. Oktober eröffnet in der Alten Nationalgalerie noch eine Ausstellung über «Karl Friedrich Schinkel und Clemens Brentano».
Die Alte Nationalgalerie, 1876 als nationale Kultstätte für die Meister der internationalen Gegenwartskunst eröffnet, zeigt die Ausstellungen «Im Tempel der Kunst. Die Künstlermythen des 19. Jahrhunderts» (bis 18. Januar) sowie «Hans von Marées - Sehnsucht nach Gemeinschaft» (bis 11. Januar). Im Falle Marées (1837-1887), der als erstes großes Beispiel für die vollständige Abwendung der Kunst vom Publikum gilt, spricht Generaldirektor Schuster sogar von einer Wiederentdeckung.
Das Museum offeriert einen Gang durch die Kunst des Klassizismus und der Romantik, des Biedermeier und des Realismus über die französischen Impressionisten und die Kunst an der Wende zum 20. Jahrhundert bis hin zu Künstlergemeinschaften wie die «Brücke» in Dresden und der «Blaue Reiter» in München.
Der Künstler als isoliertes Genie, auf sich gestelltes Individuum mit mönchischem Habitus in kärglichen Räumen gehört zu den zahlreichen Künstlermythen, symbolhaft ausgedrückt bei Caspar David Friedrichs Bildpaar mit dem isolierten Mönch am Meer und der Abtei im Eichwald. Anselm Feuerbach feierte sich selbst als einen Verkannten, der an der Schlechtigkeit der Welt leidet.
Die Spannweite ist groß - bei Ludwig Richter herrschen lyrische Stimmungen vor, bei den Nazarenern sind es christliche Heilsvorstellungen, bei Adolph Menzel ist es eher eine kritische Weltbetrachtung, bei Lovis Corinth werden Bedrohungen thematisiert («Der geblendete Simson»), während bei den Impressionisten eine lebendige Weltbejahung dominiert. Generaldirektor Schuster sieht in der ständigen Selbstbefragung der Künstler wie auch in ihren Selbstinszenierungen den «ewigen Widerstreit von Einsamkeit und Sehnsucht nach Gemeinschaft, von Wirklichkeit und Wahn, Himmel und Hölle».
(Internet: www.smb.museum) |
























































