| «Besonderer Schatz»: Wandmalereien in Rüdesheim werden restauriert |
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| Donnerstag, 02. Oktober 2008 um 07:06 Uhr | ||
Rüdesheim, Wandmalereien, RestaurationMit feinem Haarpinsel und Lupenbrille bessert Katrin Pagenhardt vorsichtig das Grün eines Baumes nach. «Das Schwierige an der Arbeit ist, die richtigen Farbtöne zu finden», sagt die Restauratorin. Im Brömserhof, der Heimat eines alten Rheingauer Adelsgeschlechts in Rüdesheim, haben Pagenhardt und ihre Kollegen damit begonnen, 450 Jahre alte Wandmalereien zu restaurieren. Von «einer der bedeutendsten profanen Raumgestaltungen der Renaissance in Deutschland» spricht der Staatssekretär im hessischen Kunstministerium, Ralph Alexander Lorz (CDU).
Wenn die Arbeiten in einigen Jahren zu Ende sind, will Lorz die Wandmalereien in der Hauskapelle und im Ahnensaal des Adelshofes «entsprechend ihrer historischen Bedeutung» präsentieren. Die Fresken seien «ein besonderer Schatz» der Welterbe-Region Oberes Mittelrheintal, der gehegt und gepflegt werden müsse.
Die Malereien waren in den Jahren 1898 bis 1900 entdeckt und freigelegt worden. Dreimal wurden sie im vergangenen Jahrhundert restauriert - in den 30er, 50er und 60er Jahren. Damals sei zwar «in guter Absicht» gehandelt worden - letztlich habe sich die Art der Restaurierung aber schädlich ausgewirkt, sagt Christin Kenner vom Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden. Mittlerweile haben sich die Verputzschichten so stark gelöst, dass die Originalmalereien in ihrer Substanz gefährdet sind. Nach Voruntersuchungen in den vergangenen Jahren begannen die Arbeiten im vergangenen Sommer.
Die mitunter verspielt wirkenden Fresken zeigen religiöse Motive, stilisierte Pflanzen und Tiere oder Mythengestalten. In diese Fantasiewelt hat der Maler Hans Döring - ein Schüler von Lucas Cranach des Älteren - auf originelle Weise auch die Städte Mainz und Rüdesheim integriert: Er verlegte die biblische Geschichte des Propheten Jonas, der von einem Walfisch verschluckt und nach drei Tagen wieder ausgespuckt worden sein soll, einfach an den Rhein. Es soll sich um die ältesten bekannten Ansichten der beiden Städte handeln.
Nach jahrelangem Leerstand beherbergt der historische Adelshof seit drei Jahrzehnten ein Museum für mechanische Musikinstrumente. Damit sich Besuchergruppen und Restaurateure nicht in die Quere kommen, gehen die Restaurateure erst nachts ans Werk - von 01.00 Uhr morgens bis 10.00 Uhr. Wie teuer die Restauration am Ende wird, mag niemand genau sagen. Im Gespräch ist ein Betrag von um die 600 000 Euro. Das Land Hessen hat fürs erste 120 000 Euro in die Arbeiten investiert, der Bund weitere 100 000 Euro draufgelegt. |
























































