| Einzigartige Venedig-Ausstellung mit vielen Meisterwerken |
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| Donnerstag, 02. Oktober 2008 um 07:24 Uhr | ||
Venedig-Ausstellung, KunstKaum eine Stadt hat Schriftsteller und Künstler so beschäftigt wie Venedig. Bereits im 18. Jahrhundert war die «Serenissima» die am häufigsten dargestellte Stadt. Unter dem Titel «Venedig. Von Canaletto und Turner bis Monet» bietet die Fondation Beyeler in dem Baseler Vorort Riehen ein herrliches Panorama an Stadtansichten von Guardi, Signac, Renoir, Whistler und Manet. Die Ausstellung der rund 150 Gemälde dauert bis zum 25. Januar. Sie ist in mehrerer Hinsicht einzigartig. Seit 1983 sind erstmals wieder die beiden einzigen Venedigbilder von Edouard Manet vereint, und von Claude Monets Venedigzyklus, der aus 37 Bildern besteht, werden in der Stiftung erstmals 15 zusammen gezeigt.
Von den zahlreichen Künstlern des 18. und 19. Jahrhunderts, die Venedigs einzigartige Paläste, Kirchen und Wasserstraßen bildhaft umsetzten, hat die Fondation nur zwölf ausgewählt. «Wir wollten eine qualitativ hochwertige Ausstellung und Kitsch- und Klischeebilder vermeiden», sagte der Kurator Martin Schwander. Und so hängt in der Ausstellung nur das Beste vom Besten - abgesehen vielleicht von einigen Werken des angloamerikanischen Malers John Singer Sargent.
Von Canaletto (1697-1768), einem der berühmtesten und modernsten Maler seiner Zeit, ist eines seiner frühesten Werke zu sehen, auf dem der Canal Grande vom Platz Santa Maria della Carità zu sehen ist. Für die damalige Zeit eine ungewöhnliche Kompositionen, die durch die starke Schattierung das Bild belebt und reliefartig wirken lässt. Canaletto gehört zusammen mit Francesco Guardi, von dem die beiden fast schon fotografischen Ansichten der Insel Giudecca und des Anlegeplatzes San Marco zu sehen sind, zu den letzten großen venezianischen Stadtansichten- oder Vedutenmaler.
Das Venedigbild des 19. Jahrhunderts war vorwiegend von nordeuropäischen Malern beeinflusst, wie zum Beispiel von William Turner. Unter den sieben herrlichen Gemälden Turners befindet sich auch seine erste Ölmalerei, die der englische Maler in London in der Royal Academy ausstellte. Die Ansicht auf den Dogenpalast besticht durch ihre Mischung aus Realismus und Orientalismus. Links unten ist ein Maler mit einer Staffelei zu erkennen - eine Hommage an Canaletto, der im 18. und 19. Jahrhundert vor allem bei englischen Sammlern sehr beliebt war. Die Ölmalereien sowie die mehr als 20 Aquarelle sind alles Leihgaben der Tate Britain in London.
Turner unternahm seine erste Reise nach Venedig im September 1819. Doch sind es vor allem seine Spätwerke, die das Zusammenspiel von Himmel und Meer, Licht und Wasser widerspiegeln. Die Stadt löst sich in den Fluten von Licht und hell schimmernden starken Farben auf.
Mit Manets beiden einzigen Venedigbildern, herrliche Darstellungen des Canal Grande mit Gondel, erreicht die Ausstellung einen ihrer Höhepunkte. 1974 hielt sich mit Manet erstmals ein Vertreter der Moderne in Venedig auf. Der Franzose bricht mit den bisherigen Vedutendarstellungen, denn sein Venedig ist nicht mehr identifizierbar. Die Fassaden gehen skizzenhaft in groben Strichen ineinander über. Sie erzeugen vibrierende Farbflächen, die es unmöglich machen, einen Dogenpalast von einem Palazzo Foscari zu unterscheiden.
Weniger radikal ist die Pinselführung Monets, der 68-jährig am 1. Oktober 1908 nach Venedig kam. Monet folgte nur widerwillig der Einladung einer englischen Kunstsammlerin in die «Stadt der Klischees der Maler». Doch auch er erlag ihrem Zauber. Monets Reise nach Venedig ließ ihn sogar an eines seiner früheren Lieblingsmotive anknüpfen: die Darstellung historischer Architektur.
So wie in seiner berühmten Serie der «Kathedrale von Rouen» studierte er in Venedig zu verschiedenen Tageszeiten die Fassaden der Palazzi Contarini, da Mula und Dario. Durch seine Tupfentechnik wirken die Gebäude flirrend und spiegeln die Erscheinung des Augenblicks mit einer ganz bestimmten Atmosphäre wider - eine Atmosphäre, welche die europäische und amerikanische Avantgarde zu epochalen Venedig-Werken inspiriert hat.
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