| Expressionismus bis zum Dach - Umbau von Moritzburg in Halle fertig |
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| Freitag, 03. Oktober 2008 um 11:40 Uhr | ||
Moritzburg, Halle, Kunst«Wir haben 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche hinzugewonnen», sagte die Direktorin des Landeskunstmuseums, Katja Schneider, am Donnerstag. «Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen», sagte sie mit Blick auf die mehr als hundertjährige Geschichte des Museums mit beengten Räumlichkeiten.
Mit einer architektonisch an Formen des Expressionismus angelehnten Dachkonstruktion wurden nun die ehemalige Westruine der Burg mit dem Nordflügel verbunden und die Obergeschosse der Ausstellungsräume frei schwebend von der Dachkonstruktion abgehängt.
Noch sind keine Bilder an den Wänden der Dauerausstellung zur Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Kunstliebhaber aus der ganzen Welt soll vor allem die Ausstellung mit Werken des Expressionismus von Künstlern der «Brücke» aus der Sammlung des Würzburger Hermann Gerlinger nach Halle locken. Rund 500 Quadratmeter der neuen Räumlichkeiten sind dafür vorgesehen. Der Unternehmer ließ es sich nicht nehmen, bei der symbolischen Schlüsselübergabe des Erweiterungsbaus durch die spanische Architektin Fuensanta Nieto an die Stiftung Moritzburg dabei zu sein.
«Für mich ist heute ein wunderbarer Tag, weil die Sammlung, die ich über Jahrzehnte mit meiner Frau zusammengetragen habe, eine großartige Heimstätte findet», sagte Gerlinger. Die Sammlung sei auf Dauer an Halle gebunden. Für Sachsen-Anhalts Kultusminister Jan- Hendrik Olbertz (parteilos) ist diese Sammlung ein «Schatz», der früheste Werke des Expressionismus bis hin zu Spätwerken umfasse.
Nach bisherigen Angaben des Museums gehören dazu neben einer Vielzahl an Gemälden mehr als 700 Handzeichnungen, Aquarelle und Grafiken von Künstlern der berühmten, 1905 in Dresden gegründeten Künstlergruppe der «Brücke». Diese Werke stammen unter anderem von Max Pechstein (1881-1955), Emil Nolde (1867-1956) und Ernst Ludwig Kirchner (1880- 1938). Die Moritzburg beherbergt insgesamt nach eigenen Angaben mehr als 100 000 kunsthistorische Schätze und litt seit jeher unter Platznot.
Werke des Expressionismus wurden in der NS-Zeit als «Entartete Kunst» bezeichnet und vernichtet. Die Moritzburg hatte bis 1937 eine der bedeutendsten Sammlungen dieser Kunstrichtung in Deutschland. Zu den heutigen Expressionismus-Beständen gehören Bilder aus dem berühmten Halle-Zyklus des Malers Lyonel Feininger (1871-1956). Das Museum, das am 10. Dezember von Bundespräsident Horst Köhler als Zentrum der Klassischen Moderne feierlich eröffnet wird, ist nun alles in allem 4000 Quadratmeter groß.
Rund 18 Millionen Euro wurden für die Erweiterung aus Mitteln des Bundes, des Landes Sachsen-Anhalt und der EU bereitgestellt. Das Architektenpaar Fuensanta Nieto und Enrique Sobejano aus Madrid hatte in einem internationalen Wettbewerb mit seinen Vorschlägen zur Moritzburg unter 27 Konkurrenten gewonnen. |
























































