| Flore Sigrist aus dem Elsass arbeitet mit Acrylfarben in der Küche |
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| Freitag, 03. Oktober 2008 um 11:42 Uhr | ||
Flore SigristDann wird eine großformatige Leinwand in die Küche der Familienvilla geschoben, in der auf Metallregalen ihre Acrylfarben stehen. Die 23-jährige Flore geht zielsicher zu Werk, mit schnellen und sicheren Strichen gestaltet sie ihre abstrakten Kompositionen, mal knallbunt, mal in Grautönen oder schwarz. Zur Zeit bevorzugt sie goldschimmernde Flächen, Strukturen und Ornamente, die den Beobachter in ihren Bann ziehen. «Die ganze Woche beschäftigt sie sich mit ihrem Projekt, lässt sich von Menschen, von der Umgebung und besonders vom Licht inspirieren, und dann ist das Bild in ihrem Kopf fertig», sagt Vater Christian, ein ehemaliger Unternehmer, der sich jetzt ausschließlich dem Management seiner Tochter widmet.
Flore gehört zur Kategorie der Wunderkinder. Mit acht Jahren hat sie angefangen zu malen, was in der Küche Spuren hinterlassen hat. Die meisten der Einbaumöbel sind mit Farbklecksen übersät. «Wir wollen demnächst anbauen, dann bekommt Flore endlich ein eigenes Atelier», sagt Christian. Das wird auch Zeit, denn die großen Formate füllen bereits das halbe Wohnzimmer, der Keller ist schon ganz voll.
Pro Jahr kommen etwa 50 neue Bilder hinzu. Verkauft wurden in den letzten zwölf Jahren bis zu 400 Gemälde. Flores Ruf breitet sich langsam aber sicher aus: Ausgestellt wurden ihre Werke außer in Straßburg bereits in Karlsruhe, Zürich, Paris, Monaco, Tokio, Miami und Moskau. «Für dieses Geschäft braucht man Geduld», sagt Christian.
Ein Sammler aus San Francisco hat eine ihrer Acryl-Kreationen im Internet gesehen und stand wenige Wochen später vor der Tür der Villa in Mundolsheim nördlich von Straßburg. «Sie kann gut von ihrer Kunst leben», sagt der Vater.
Wie Flore zu ihrem Talent gekommen ist, kann Christian nicht genau beantworten. «Es steckt einfach in ihr», sagt er. «Mit der Malerei drückt Flore alle ihre Gefühle aus». Nichts hat die Eltern darauf vorbereitet, eine so außergewöhnlich talentierte Tochter zu haben. Im Gegenteil. Flores erste Lebensjahre waren von schwerer Krankheit geprägt, was unheilbare Folgen hinterlassen hat. Als Kind ging sie zwar zur Schule, doch der Versuch währte nicht lange. «Das ist nichts für mich», deklarierte das Kind eines Tages und legte die Schulbücher beiseite. Dabei ist sie geblieben. Sie nennt sich «Künstlerin und Bildhauerin» und wusste schon als Achtjährige um ihre Berufung. «Du brauchst kein Geld mehr zu verdienen», sagte sie damals zu ihrem Vater. «Ich kümmere mich darum».
Wichtig für Flore war die Begegnung mit dem deutschen Künstler Max Kaminski von der Kunstakademie Karlsruhe. Ihm waren die Aquarelle der Achtjährigen auf einer Ausstellung in Straßburg aufgefallen. Kaminski riet den Eltern, ihr freie Hand zu lassen. «Ihre Kompositionen sind bereits ausgereift», sagte er. Die Eltern haben sich strikt an seine Empfehlung gehalten.
Wenn Flore nicht malt, lebt sie das Leben ihrer Altersgenossinnen. Samstagsabends geht sie gern mit Freundinnen in die Discos, und Shopping in der Stadt gehört zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. «Sie hat einen exklusiven und teuren Geschmack», sagt Mutter Karin. In Fores Zimmer füllen schöne bunte Kleider zwei Wandschränke. «Sie weiß genau, was sie will. Im Frühling fand sie ein sündhaft teures Kleid, das sie nicht vergessen hat. Neulich hat sie es im Ausverkauf gekauft», sagt Karin.
(Internet: www.floresigrist.com) |
























































