| Ausstellung «Made in Turkey» zeigt Kunst als universelle Sprache |
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| Montag, 06. Oktober 2008 um 07:10 Uhr | ||
Frankfurt, türkische Kunst55 Künstler aus vier Generationen zeigen an insgesamt zehn Orten in der Innenstadt eine nahezu unüberschaubare Masse an Gemälden, Plastiken und Videoinstallationen. Und so umfangreich diese gigantische Ausstellung ist, so ehrgeizig ist ihr Ziel: «Made in Turkey» will begleitend zur Frankfurter Buchmesse einen Überblick geben über die Positionen türkischer Künstler von 1978 bis heute. Die Türkei ist vom 15. bis 19. Oktober Ehrengast der diesjährigen Buchmesse.
Allein der Katalog zur Ausstellung sprengt übliche Formate - er ist ein schweres, gebundenes Buch, fast 400 Seiten stark. Zu finden sind darin alle vertretenen Kunstwerke samt Beschreibung und Kommentar in deutscher und türkischer Sprache. Denn ohne dieses Kompendium wäre auch der fachkundige Besucher schnell aufgeschmissen.
Die Masse der gezeigten Werke erschlägt dann aber doch. Nahezu unmöglich ist es, alle Arbeiten in der Paulskirche, dem Dom, im Archäologischen Museum, im Römer9, im Atelierfrankfurt, im Frankfurter Kunstblock FKB, in der Ausstellungshalle, der Weißfrauen Diakoniekirche, der Ausstellungshalle der Expozeil und dem Deutschen Filmmuseum eingehend zu studieren - zumal elf Künstler ihre Installationen und Wandmalereien erst direkt vor Ort gestalten.
Die Ausstellung beginnt mit Arbeiten der späten 1970er Jahre und will damit nach Angaben der Veranstalter die «historische Entwicklung der türkischen Kunst nachvollziehbar» machen. Herzstück ist dabei die Paulskirche. Hier gibt es eine erzählende Einführung in die Kunst der Türkei. Die anderen neun Ausstellungsorte widmen sich mit rund 150 Arbeiten jeweils unterschiedlichen Fragestellungen.
«"Made in Turkey" fragt etwa, ob wir uns über kulturelle Grenzen hinaus auf einen Horizont der Vergangenheit einigen können; zeigt die Reaktionen türkischer Künstler auf gegenwärtige Konflikte oder sucht den Dialog der Religionen», meint Kuratorin Heike Stockhaus. Die gezeigten Arbeiten stammen dabei aus türkischen Museen und Privatsammlungen oder entstanden eigens für das Projekt.
Hochrangige Politiker unterstützen die Gemeinschaftsarbeit, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) etwa hat die Schirmherrschaft übernommen und der türkische Außenminister Ali Babacan schreibt, dass die Ausstellung «Aufschluss über die Türken, die größte Migrantengruppe in Deutschland,» gebe. Sie zeige, «woher sie kommen, und wie sie die Welt sehen». Doch die ausgestellten Arbeiten sind nur in Ausnahmen derart politisch. Denn in der Mehrzahl zeigen sie eines: dass die Sprache der Kunst eine von politischen und religiösen Grenzen unabhängige ist.
(Die Kunstwerke sind noch bis Anfang November zu sehen. Die Öffnungszeiten richten sich nach den jeweiligen Ausstellungsorten. Internet: www.madeinturkey-project.org) |
























































