| Woher man weiß, dass die Antike nicht weiß war |
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| Mittwoch, 08. Oktober 2008 um 07:43 Uhr | ||
bunte Skulpturen, AntikeDie Ausstellung, die seit 2003 weltweit zu sehen war, macht nun im Frankfurter Liebieghaus Station:
Woher weiß man, dass die Antike farbig war?
Davon berichten griechische und römische Schriftsteller in überwältigender Fülle. Euripides zum Beispiel wählte die farblose Marmorskulptur als Bild außerordentlicher Hässlichkeit. So lässt er die schöne Helena wünschen: «Wäre ich doch immer so hässlich gewesen wie eine Statue, der man die Farbe abgewischt hat...» Zudem haben sich bis heute an antiken Skulpturen zahlreiche Spuren des ursprünglichen Farbkleides erhalten.
Wieso ist die Antike in unserer Vorstellung dennoch weiß?
Vor allem der berühmte Archäologe Joachim Winckelmann erhob das reine Weiß zum Schönheitsideal der Antike. Ein schöner Körper werde «desto schöner sein, je weißer er ist», schrieb er 1764. Seine Ansichten prägen unsere Vorstellung von griechischer und römischer Kunst bis heute. Als Anfang des 19. Jahrhunderts erste farbige Skulpturen auftauchten, wunderten sich Forscher über den «bizarren Geschmack» und verurteilten diese «barbarische Sitte als Überbleibsel aus früheren, rohen Zeiten».
Wie funktioniert die Rekonstruktion der Farbfassung?
Früher wurden vorhandene Farbspuren abgekratzt und analysiert; frühe Rekonstruktionen haben eher hypothetischen Charakter. Heute erlauben moderne Techniken genauere und schonende Analysen. Eine wichtige Rolle spielen dabei UV-Strahlen. Dadurch ist es sogar möglich, eine Bemalung zu rekonstruieren, von der sich kein bisschen erhalten hat, denn die einzelnen Farben haben die Steinoberfläche auf unterschiedliche Weise verändert. Für eine moderne Rekonstruktion werden die gleichen Naturpigmente verwendet wie damals, zum Beispiel zerriebene Halbedelsteine wie Azurit für Blau oder Malachit für Grün. |
























































