| Akt-Foto und Akt-Gemälde - Rössler trifft auf Niemeyer-Holstein |
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| Freitag, 10. Oktober 2008 um 07:14 Uhr | ||
Günter Rössler, Otto Niemeyer-HolsteinIm Jahr 1984 veröffentlichte der Playboy unter dem Titel «Mädchen der DDR» eine zehnseitige Fotostrecke mit Bildern von Rössler. Vor zwei Jahren - aus Anlass seines 80. Geburtstages - wurde er in seiner Heimatstadt Leipzig mit einer großen Retrospekive geehrt. Rössler ist also ausstellungserfahren - doch mit der Exposition im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald betritt er Neuland. «Ich bin aufgeregt», bekennt Rössler.
Erstmals werden seine Fotografien mit Akt-Malereien der Usedomer Künstler Otto Niemeyer-Holstein (1896-1984), Susanne Kandt-Horn (1914-1996) und Sabine Curio (Jahrgang 1950) gezeigt. 1974 lernte Rössler bei Arbeiten für die Modezeitschrift «Sybille» Niemeyer- Holstein und Kandt-Horn kennen. Rössler fotografierte die mit der neuesten Mode gekleideten Modelle in den Ateliers der Künstler. Aus diesem ersten Zusammentreffen entstand eine Bekanntschaft und spätere Arbeitsfreundschaft, die sich in den Werken der Usedomer Maler niederschlug. Die Frauen, die Rössler nackt fotografierte, standen später Otto Niemeyer-Holstein und Susanne Kandt-Horn Modell. Erstmals werden diese Werke nun zusammen in einer Ausstellung gezeigt.
Der Vergleich der Arbeiten lässt die unterschiedlichen künstlerischen Handschriften erkennen. Die Frau, die Rössler als fragiles und zerbrechliches Wesen auf Zelluloid bannte, erscheint in den Werken von Susanne Kandt-Horn überhöht plastisch. Otto Niemeyer- Holsteins Akte wirken dagegen wie impressionistische Landschaften. Daneben stehen Fotografien, in denen Rössler den Arbeitsprozess von Otto Niemeyer-Holstein und Susanne Kandt-Horn dokumentiert: Niemeyer, der einen Spiegel hinter das Modell stellte, um beim Malen auch die Rückenansicht der Frau sehen zu können, oder Niemeyer malend an der Staffelei.
Aus der fernen Verehrung für den Maler, der zehn Jahre nach dem Kennenlernen im Jahr 1984 starb, wurde im Lauf der Jahre eine Arbeitsfreundschaft, aus dem «Herrn Professor» wurde der «Käptn» - wie Niemeyer-Holstein nur von seinen Freunden genannt wurde. Rössler erinnert sich an das Ritual, wenn er mit einem Mädchen das Atelier, Niemeyers «Tabu», in Lüttenort betrat. «Ich musste einen Plattenspieler anstellen, dann wurde bei der Musik von Brahms gearbeitet.»
Vieles geriet über die Jahre in Vergessenheit, gesteht Rössler. Dankbar ist er deshalb Mario Scarabis, Ausstellungskurator und Mitarbeiter des Pommerschen Landesmuseums, der nach der Leipziger Retrospektive auf Rössler zuging und ihn mit der Idee dieser ungewöhnlichen Schau konfrontierte. Gemeinsam durchforsteten sie das Archiv Rösslers. Längst vergessene Negative und alte Abzüge kamen dabei zutage. In einer alten Ausgabe der «Sybille» fanden sich Briefe von Susanne Kandt-Horn an den Fotografen, die von einem herzlichen Verhältnis zeugen. «Ich war wie berauscht», erinnert sich Mario Scarabis. Die Original-Aufnahmen, ergänzt um neue Abzüge alter Negative, geben der Ausstellung eine weitere - private - Facette.
Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag wird Günter Rössler in Greifswald erwartet. Erstmals wird er dann seine Arbeiten im Zusammenklang mit den Werken der Maler sehen. Er sei sehr gespannt, sagt er. Die Schau ist bis zum 4. Januar in Greifswald zu sehen. |
























































