| Einzigartige Schau höfischer Kunst aus Sachsen und China in Dresden |
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| Samstag, 11. Oktober 2008 um 11:43 Uhr | ||
Kunst aus Sachsen und China, DresdenBis zum 11. Januar 2009 zeugen gut 400 Exponate von der Rolle der Kunst im Dienste der Macht am Kaiserhof in Peking und am sächsisch-polnischen Hof in Dresden von 1644 bis 1795. Die Schau sei in mehrjähriger Kooperation mit dem Palastmuseum Peking entstanden, sagte der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Martin Roth, am Freitag. Schirmherren der Ausstellung, die am Abend eröffnet werden sollte, sind Bundespräsident Horst Köhler und Chinas Staatspräsident Hu Jintao.
«Die Besucher können sehen, wie sich die Hofkulturen gegenseitig beeinflusst haben, und den Blick auf die andere Kultur richten», sagte der stellvertretende Direktor des Pekinger Museums, Yong Duan. So zeugt das Porträt eines Kaisers, der sich mit einer französischen Allonge-Perücke malen ließ, vom europäischen Einfluss auf Chinas Hofkultur. Die Künste spielten für Darstellung und Ausübung der Macht im 17./18. Jahrhundert sowohl hier als auch da eine zentrale Rolle. «Die Herrscher in Peking und Dresden nutzten, wie alle Mächtigen dieser Zeit, die Künste als Instrumente der Kommunikation so wie Politiker sich heute der Medien zur Verbreitung ihrer Botschaften und Selbstdarstellung bedienen», erklärte Kuratorin Cordula Bischoff.
War es bei August dem Starken der polnische Weiße Adlerorden mit Rubinen, Gold und Silber, mit dem er den polnischen Adel beeindrucken und die Königskrone wiedererlangen wollte, repräsentierte der Kaiser der Quing-Zeit mit prunkvollen Siegeln. Das goldene Drachenpaar vom Siegel des allseitigen Glücks und das mit einem Adler verzierte Kleinod des Ordens standen Pate für den Titel der Schau und gehören zu den Utensilien der Repräsentation der Herrschaft. Der Besucher geht nicht nur auf eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert, sondern taucht auch ins höfische Leben in Dresden und Peking ein.
Gestochene Architekturpläne und -darstellungen in Öl auf der einen, in Tuschemalerei auf Seide auf der anderen Seite dokumentieren die Gestaltung der Paläste und Gärten, Skulpturen und des Interieurs. Die einstige Pracht im Innern: Hier der Audienzstuhl mit Samt und Gold, dort der Thron mit Schnitzereien und aus China, da der Kurhut mit Hermelinpelz, Krone, Zepter und Reichsapfel, dort eine Staatsrobe mit Wolken- und Drachendekor. Ein eigener Raum ist der Kindheit bei Hofe gewidmet, die beiderorts von Luxus und Pracht, aber auch von strenger Erziehung geprägt war. Davon zeugen ein Heft mit kalligraphischen Versuchen eines Kaisersohnes und ein Geometrieheft des 16-Jährigen Sachsen-Prinzen Karl Christian.
Für die Dresdner Sammlungen ist die Schau zugleich Höhepunkt und Abschluss der Ausstellungen in diesem Bereich des Schlosses, das 1945 zerstört und seit Jahren wiederaufgebaut wird. Danach werden die einstigen königlichen Parade-Appartements rekonstruiert. Die Exponate sind dann bereits in der Verbotenen Stadt, wo sie von April 2009 an zu sehen sein werden. Die Kunsthinterlassenschaften des sächsischen Monarchen übernehmen dann, was dieser trotz seines Verlangens nach chinesischen Schätzen nicht schaffte: den direkten Kontakt zum chinesischen Kaiserhaus.
(Internet: www.skd-dresden.de) |
























































