| Peter Zumthor mit japanischem Kunstpreis Praemium Imperiale geehrt |
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| Donnerstag, 16. Oktober 2008 um 07:07 Uhr | ||
Peter Zumthor, Praemium ImperialeDer 65-Jährige ist einer von sechs Trägern der internationalen Auszeichnung, die auch als «Nobelpreis der Künste» angesehen und mit jeweils 15 Millionen Yen (derzeit umgerechnet rund 107 000 Euro) dotiert ist. Die anderen Preisträger sind in diesem Jahr der indische Dirigent Zubin Mehta, der britische Maler Richard Hamilton, der japanische Kabuki-Schauspieler Sakata Tojuro und das US-amerikanische Konzeptkünstlerpaar russischer Herkunft Ilya und Emilia Kabakov, das sich die Auszeichnung als Paar teilt.
Der Bruder des japanischen Kaisers Akihito überreichte Zumthor, der in Begleitung seiner Frau erschien, und den anderen Preisträgern in Anwesenheit zahlreicher Vertreter des öffentlichen Lebens in der ehrwürdigen Meiji-Gedächtnishalle von Tokio unter dem Applaus der Gäste eine goldene Medallie. Anschließend erhielten die Geehrten in der edlen, feierlichen Atmosphäre als Teil der Auszeichnung noch eine Dankesurkunde. Der im Jahr 1988 ins Leben gerufene Praemium Imperiale - gestiftet von der Japan Art Association - feiert in diesem Jahr zugleich sein 20. Jubiläum. Insgesamt 104 Künstler aus mehr als 20 Ländern wurden bereits mit «Nobelpreis der Künste» ausgezeichnet.
Der diesjährige Preisträger Zumthor gilt als einer der eigenwilligsten und umstrittensten und doch auch renommiertesten Schweizer Architekten mit internationalem Ruf. Die Jury würdigt Zumthor als «Ausnahmeerscheinung unter den Architekten». Er wolle «stets etwas sozial und kulturell Wertvolles schaffen». Aufsehen erregte sein Entwurf für die zeitgenössische Dokumentationsstätte «Topographie des Terrors» in Berlin, der nach jahrelangen Querelen als zu kompliziert wieder verworfen wurde. Die bereits fertiggestellten Treppentürme mussten 2004 wieder abgerissen werden.
Sein minimalistischer Stil brachte mehrere Auszeichnungen, so im Jahr 1992 den Internationalen Architekturpreis für Neues Bauen in den Alpen. Zu seinen Werken gehören die Therme Vals und das Kunsthaus Bregenz, dessen strenger Kubus von manchen als Meilenstein zeitgenössischer Architektur angesehen wird, der Schweizer Pavillon zur Expo 2000 in Hannover und der Neubau des Diözesanmuseums in Köln.
Der 72-jährige indische Dirigent Zubin Mehta sei «einer der weltbesten Dirigenten», befand die Jury des Praemium Imperiale. Er leitet das Israel Philharmonic Orchestra als Musikdirektor auf Lebenszeit. Die Arbeiten des Malers Richard Hamilton spiegelten die Kultur der Massenmedien und der Konsumgesellschaft wieder. Er habe sich noch vor den amerikanischen Popkünstlern Robert Rauschenberg und Andy Warhol als «Gründervater der Pop-Art» etabliert, so die Jury.
Die beiden Konzeptkünstler Ilya und Emilia Kabakov seien Schöpfer der «Total Installations», meinte die Jury. «Sie reflektieren und ironisieren in Wort, Bild, Ton und Raum die Welt der ehemaligen Sowjetunion.» Der japanische Schauspieler Sakata Tojuro sei der führende Kabuki-Künstler der Gegenwart. In Japan zählt er zum «lebenden nationalen Kulturgut».
Der mit 30 000 Euro dotierte Nachwuchspreis ging an das Orchestra Giovanile Italiana. Die Musiker aus unterschiedlichen Ländern des Nachwuchsorchesters kommen alljährlich in Florenz zusammen. Der Praemium Imperiale würdigt Künstler aus aller Welt, «die sich international herausragende Verdienste bei der Förderung der Künste erworben haben». Frühere Preisträger des Praemium Imperiale waren unter anderem die Dirigenten Daniel Barenboim und Claudio Abbado, die Künstler Christo & Jeanne-Claude und Anselm Kiefer, die Architekten Norman Foster und Frank Gehry sowie der Maler Georg Baselitz
(Internet: www.praemiumimperiale.org) |
























































