| Holzreliefs und zerknülltes Papier - neue Arp-Schau in Straßburg |
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| Donnerstag, 16. Oktober 2008 um 07:19 Uhr | ||
Arp-Schau, Straßburg, Hans Jean ArpDie jahrelangen Vorbereitungen für die große Ausstellung der Werke des Mitbegründers der Dada-Bewegung haben sich gelohnt: Der Gang durch die kathedralhohen Säle des Straßburger Museums für Moderne Kunst eröffnet unter dem Titel «Art is Arp» eindrucksvolle Einblicke in die Schaffensperioden des deutsch- französischen Künstlers von den Anfängen bis kurz vor seinem Tod.
Arp, in Straßburg geboren, war Maler, Bildhauer und Dichter zugleich. In den Abteilungen gruppiert sind schlichte figurative Bleistiftzeichnungen von Menschen, Collagen mit Papierstücken, die nach dem Zufallsprinzip angeordnet sind, die aber doch einer Ordnung unterliegen. Zu sehen sind zudem Gemeinschaftsarbeiten Arps mit seiner Frau Sophie Taeuber-Arp, die ihrerseits einen geometrisch- abstrakten Stil vertritt.
Das Künstlerpaar lebte bis zum Einmarsch der deutschen Truppen in Paris. 1940 zog es nach Südfrankreich und kehrte 1942 in die Schweiz zurück. Im Januar 1943 starb Sophie Taeuber-Arp in Zürich an einer Kohlenmonoxydvergiftung. Die Trauer über diesen Verlust hat die Arbeiten Arps in diesen Jahren geprägt.
«Wir haben diese Ausstellung eher thematisch als chronologisch aufgebaut», sagt die Kunsthistorikerin und Arp-Expertin Isabelle Ewig. Bis zum 15. Februar sind die 180 Werke ausgestellt, die mit Dokumenten, einem überlebensgroßen Foto des Künstlers in Rodin-hafter Denkerpose und einem Videofilm angereichert sind. «Ein Ziel war es, Arp bei der Arbeit zu zeigen und den Zuschauer praktisch in sein Atelier einzuladen», sagt Ewig.
Besonders beeindruckend sind die Skulpturen, wie die 39 Zentimeter hohe und weißglänzende Marmorfigur «Gnomenform» aus dem Jahr 1949, eine Leihgabe des Kunstmuseums Winterthur (Schweiz). Für Arp ist das Oval ein «Symbol der Verwandlung der Dinge«. Anschaulich wird, wie er Gips- oder Bronze-Skulpturen zerteilt hat, um durch neue Zusammenstellungen andere Kunstobjekte zu schaffen. Von der Schlichtheit der «Gnomenform» hat Arp später eine über drei Meter große Version geschaffen. «Arp hat nie ein Konzept für seine Werke gehabt», sagt Ewig. «Er hat seine Hände arbeiten lassen, und wenn das Werk vollendet war, hat er ihm einen Namen gegeben.»
In den Schrecken des Krieges spiegelt sich für Arp auch immer die Kunst wider. «Unter diesem Eindruck hat er sich ab 1914 von der Malerei abgewendet und sich auf Collagen aus einfachen Materialien wie Treibholz, Papier und Stoffen konzentriert», sagt Ewig. Die Zeiten der Not und Knappheit vor dem Zweiten Weltkrieg symbolisiert der Künstler mit Zeichnungen auf zerknülltem Papier, die zerrissen und unharmonisch wirken.
Die Organisatoren haben keine Mühen gescheut und Leihgaben großer internationaler Sammlungen aus Europa und den USA zusammengetragen. «Von ähnlicher Bedeutung waren die Paul Klee-Ausstellung 2004 und "Tomi Ungerer in New York" im Jahr 2002», sagt Joelle Pijaudier- Cabot, Direktorin des Museums, das im November zehn Jahre alt wird. Sie erwartet bis zu 100 000 Besucher, auch aus Deutschland und der Schweiz.
(Internet: www.art-is-arp.com) |
























































