| Bundeskunsthalle mit deutlichem Besucherrückgang und Verlusten |
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| Freitag, 17. Oktober 2008 um 08:01 Uhr | ||
Bundeskunsthalle Bonn, BesucherrückgangKamen 2006 noch mehr als einer Million Kunstinteressierte, so sank ihre Zahl um 300 000 auf 746 000 im vergangenen Jahr. Außerdem wird die Bilanz nach der Führungskrise, in die das Haus im Vorjahr geraten war, durch größere Verluste belastet, wie der kaufmännische Geschäftsführer der vom Bund unterstützten Ausstellungshalle, Bernhard Spies, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Bonn sagte. Der Bund habe dafür gesorgt, dass die Bundeskunsthalle nicht insolvent geworden sei.
Die Bundeskunsthalle wird jährlich mit etwa 17 Millionen Euro vom Bund finanziert. Der Bund habe nichts zusätzlich gezahlt, sagte Spies. Er habe als Gesellschafter aber «durch geeignete Maßnahmen» die bilanzielle Verschuldung abgewendet und dadurch ein eindeutiges Signal für den Standort Bonn gegeben.
Der Rückgang der Besucher ist laut Spies vor allem damit zu erklären, dass die Ausstellung über «Ägyptens versunkene Schätze» mit rund zehn Monaten Dauer zu lang gewesen sei. Zudem hätten außergewöhnliche Attraktionen wie frühere Ausstellungen zum Pharao Tutanchamun oder die große Guggenheim-Ausstellung gefehlt. Der Besucherrückgang habe sich aber «nur marginal auf das finanzielle Ergebnis» ausgewirkt.
Ein «gewaltiger Verlustvortrag» in der Bilanz sei durch frühere Entscheidungen und noch von früher offenstehende Rechnungen erklärbar, betonte Spies. «Fehlendes Controlling und eine unsystematische Haushaltsplanung haben dazu geführt, dass die ehemalige Geschäftsführung den Überblick über die von ihr eingegangenen Zahlungsverpflichtungen verlor.» Darüber hinaus resultiere der Verlustvortrag aus Maßnahmen und Entscheidungen der alten Geschäftsführung, die zu erheblichen Rückstellungen und Rückforderungen führten.
Im vergangenen Jahr hatten der langjährige Museumsleiter Wenzel Jacob und der kaufmännische Geschäftsführer Wilfried Gatzweiler wegen eines Skandals um Missmanagement ihren Hut nehmen müssen.
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