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Kasimir Malewitsch, Kunsthalle Baden-Baden Angesichts ihres 100-jährigen Bestehens stellt die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden von diesem Samstag an (25. Oktober) einen der wichtigsten Vorläufer der konzeptuellen und minimalistischen Kunst vor. Bis zum 25. Januar nächsten Jahres sind mehr als 40 Gemälde, zahlreiche Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen und Revolutionskeramiken zu sehen - neben dem berühmten «Schwarzen Quadrat» von Malewitsch auch Werke von Wassily Kandinsky, Alexander Rodtschenko oder Wladimir Tatlin. Das Museum ohne eigene Sammlung gilt als eines der traditionsreichsten Ausstellungshäuser für zeitgenössische Kunst. Mit der Großen Landesausstellung «Von der Fläche zum Raum. Malewitsch und die frühe Moderne» will die Kunsthalle ihren internationalen Anspruch bei der Vermittlung moderner und zeitgenössischer Kunst unterstreichen - und, wie Leiterin Karola Kraus unterstreicht, auch an die große russische Tradition in dem Kurort erinnern. Berühmte Dichter wie Fjodor Dostojewski oder Iwan Turgenjew weilten hier. Malewitsch hat den Suprematismus begründet, der geometrische Flächen mit reinen Farben kombiniert. Er gilt als erste konsequent gegenstandslose Kunstrichtung und ist bis heute wegweisend für die abstrakte Kunst. Sich überlagernde geometrische Elemente und die tiefenräumliche Wirkung der Farbe prägen das Werk, das von den gesellschaftlichen Umwälzungen im Russland der Jahre 1905 bis 1920 geprägt ist. Die Baden-Badener Schau zeigt neben zentralen Arbeiten von Malewitsch Werke von Wassily Kandinsky, Iwan Kljun, Gustav Kluzis, El Lissitzky, László Moholy-Nagy, Ljubow Popowa, Olga Rosanowa, Alexander Rodtschenko, Kurt Schwitters, Nikolai Suetin und Wladimir Tatlin. Neben Revolutionsplakaten und Architekturmodellen wurden drei große suprematistische und konstruktivistische Räumen rekonstruiert. Ein Highlight ist der nach Skizzen orginalgetreu wieder aufgebaute «Arbeiterclub» (1925) des Malewitsch-Widersachers Alexander Rodtschenko. In der begehbaren Installation können Besucher deutsche und russische Zeitungen lesen oder Schach spielen. Mit der Umsetzung von Lenins Ziel, die Arbeiter am sozialen und politischen Leben teilhaben zu lassen, sollte der Club modellhaft die Ideologie der Russischen Revolution verkörpern. Die Ausstellung versammelt wertvolle Leihgaben von russischen Museen und Privatsammlungen, darunter aus der Staatlichen Tretjakow Galerie Moskau. Teile der Ausstellung entstanden in Kooperation mit dem Kunstmuseum Liechtenstein in Vaduz, wo im Sommer eine Malewitsch- Schau gezeigt wurde. Die Staatliche Kunsthalle hat sich immer wieder der russischen Kunst gewidmet - von Wassily Kandinsky (1970) über Wladimir Tatlin (1994) bis hin zu einer Schau über zeitgenössische Kunst im Jahr 2004. Das Land Baden-Württemberg unterstützt die neue Schau zur russischen Avantgarde mit 330 000 Euro. (Zur Ausstellung erscheint ein Katalog: 248 Seiten, 28 Euro/Buchhandel 32 Euro; Öffnung: täglich außer montags 11.00 - 18.00 Uhr, mittwochs 11.00 -20.00 Uhr; Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro) (Internet: www.kunsthalle-baden-baden.de; www.kunstmuseum.li)
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